Kleiner Bruchpilot mit großem Glück: Wie eine Erzgebirgerin zur Lämmchen-Mama wurde

Steffi Lorenz zieht Lämmchen Bernd mit der Hand auf, seitdem ist das Jungtier zum besonderen Familienmitglied geworden

Brünlos

Dass Steffi Lorenz einmal Lämmchen-Mama werden würde, hatte sie so auch nicht geplant. Immerhin sind ihre beiden Töchter schon längst aus dem Haus. Doch Ende April wollte es das Schicksal anders. Auf einem Grundstück eines Bauern, in dem kleinen Dorf Brünlos bei Thalheim, kamen einige Lämmer zur Welt. Doch eines hatte ein herbes Los gezogen. Das war Bernd.

Bernd ist ein kleiner Bruchpilot

"Der kleine Bruchpilot ist nach der Entbindung in den Weidedraht geraten, darauf war zum Glück kein Strom", erklärt Steffi Lorenz, die bereits zwei Hunde und ein blindes Pferd (BLICK.de berichtete) zu ihrer Familie zählt. "Die Schafsmutter hat sich aber nicht mehr an den Zaun herangetraut und nur ihre anderen Lämmchen versorgt. Bernd hat dann den ganzen Nachmittag nach ihr gebrüllt", schildert sie die Ereignisse des 28. April 2025. Das habe ihr das Herz zerbrochen. "Ich habe dann mit dem Nachbarn gesprochen und er prognostizierte, dass das Lamm nicht durchkommen werde, da die Mutter es nicht angenommen habe." In diesem Moment wusste die 54-Jährige, dass sie das nicht zulassen darf. "Ich habe zu ihm gesagt, gib ihn mir, ich nehme ihn."

"Das haben wir nur in Gemeinschaft geschafft"

Damit wandelte sich Bernds Schicksal und für Steffi begann der Spießrutenlauf. "Das kleine Häufl Unglück hat noch nicht einmal ein Kilogramm gewogen", erinnert sie sich. Zum Glück hatte noch jemand in der Nachbarschaft Milchpulver für Lämmer und die erste Flasche konnte fertig gemacht werden. Alle drei Stunden musste Steffi den Kleinen in den ersten Nächten versorgen. Auch ihre Tochter war in den nächsten Tagen mit eingebunden, damit Steffi ihrer Arbeit nachgehen konnte. "In Gemeinschaftsarbeit haben wir es geschafft, dass Bernd zu Kräften kam und schnell wurde er Teil der Familie Lorenz."

"Die Hunde sind jetzt seine Herde"

Nach einigen Tagen durfte das Lamm dann auch die Hunde Coco und Paula kennenlernen. "Die Hunde sind jetzt seine Herde und ich bin die Ersatzmama. Er trampelt mir im Haus überall hinterher und ist ganz interessiert, was die Hunde machen." Ein aufgewecktes Kerlchen seit das zwei Wochen alte Lämmchen schon. Aktuell hat er noch Jungtierschutz und darf auch mit auf dem Sofa kuscheln und Streicheleinheiten genießen. Zum Schlafen geht er dann aber in seine Heukiste.

Wie soll es weitergehen?

Doch wie soll es weitergehen? Immerhin wird Bernd einmal ein Schafsbock von 50 bis 60 Kilogramm. "Das müssen wir sehen. Eins steht aber fest: Er soll nicht geschlachtet werden. Er braucht aber auch eine richtige Herde." Die Zukunft lässt die besondere Patchworkfamilie jetzt erst einmal auf sich zukommen.

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