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Klinge: "Im Herzen bleibt er immer mein Präsident"

Karriere 2010er Aufstiegskapitän René Klingbeil steht mittlerweile an der Seitenlinie

Jena. 

Jena. Wenn René Klingbeil, der von 2008 bis 2015 beim FC Erzgebirge unter Vertrag stand, mit Helge Leonhardt telefoniert, dann begrüßt er ihn immer noch mit "Glückauf, mein Präsident." Das sei keineswegs übertrieben, denn Klinge meint: "Er wird in meinem Herzen wohl immer mein Präsident bleiben. Die Beziehung zum FC Erzgebirge Aue ist eben eine Besondere." Großen Respekt habe er vor der Leistung Leonhardts. Nach wie vor schaue er sich auch gern mal ein Spiel der Veilchen an, wenngleich er wenig Zeit dafür findet, seit er bei Carl Zeiss Jena als Co-Trainer an der Seitenlinie steht. Aber der Fußball, den der Kumpelverein spielt, mache einfach Spaß. Vor allem die Konstante Martin Männel begeistert ihn und mit Jan Hochscheidt verbindet ihn nach wie vor eine Freundschaft. Aufmerksam verfolgt Klinge auch die Entwicklung von Marc Hensel: "Das ist schon verrückt: Wir standen damals zusammen auf dem Platz und jetzt beide an der Seitenlinie." Ins Erzgebirge holte ihn 2008 Heiko Weber. "Spielerberater war mein Vater und ich war gerade aus Norwegen zurückgekommen, denn ich wollte zurück nach Deutschland, obwohl ich weiter zwei Jahre Vertrag unter Uwe Rösler bei Viking Stavanger erhalten hätte", so der heute 39-Jährige Klingbeil. Innerhalb einer halben Stunde sei man sich 2008 mit dem FCE einig gewesen und der Vertrag konnte aufgesetzt werden. "Ich fand, dass das eine sehr spannende Perspektive für mich ist."

Neustart in Deutschland mit Abstrichen

Ihm sei damals durchaus klar gewesen, dass er nach seinem Aufenthalt in Norwegen in Deutschland den Weg über die 3. Liga gehen müsse. Dass er nur zwei Jahre später unter Cheftrainer Rico Schmitt den Aufstieg ins Fußball-Unterhaus schaffen konnte, war für ihn die Erfüllung eines Traums. Auch, wenn der ehemalige Veilchen-Kapitän sich in Jena richtig wohlfühlt, und dort die Chance hat, parallel zum Job die so wichtigen Trainerlizenzen zu erwerben, hat er das Erzgebirge nicht vergessen. Wie auch? Schließlich lebt Klingbeil mit seiner Familie in Lößnitz und hat dort 2017 beim FC Lößnitz seine Trainerkarriere gestartet. "Ich habe in Jena eine Wohnung, komme aber ganz oft nach Hause." Zudem könne er bis heute sehr viel aus seiner aktiven Zeit schöpfen und ein Stück davon an sein Team weitergeben. Und wer weiß, vielleicht fügt sich alles noch mehr und eines Tages kehrt Klinge ganz in die Region zurück. "Sag niemals nie."

BLICK blickt rund um das Vereinsjubiläum auf 75 Jahre Wismut und Erzgebirge Aue zurück. Weitere Stories gibt es unter der Rubrik Erzgebirge und auch in den kommenden Tagen auf BLICK.de