Kluge Wortwahl ist Kunst des Redens

Das Wort zum Sonntag von Manuela Köster

Zu einem menschenwürdigen Zusammenleben gehört das freie Wort. Ich kann nicht verhehlen, dass ich immer öffentlich das sagen muss, was mich besonders bewegt. Dass hier die Grenzen des Anstandes gegenüber den Mitmenschen beachtet werden müssen erfordert eine kluge Wortwahl. Gerade die Demokratie als Form unseres gesellschaftlich-politischen Zusammenlebens braucht dieses freie Wort. Darum gehören die Kunst des Redens und die Auseinandersetzung um den besseren Weg in einer Gesellschaft zu den Grundpfeilern der Demokratie.

Es ist nicht überraschend, dass dieses freie Wort auch missbraucht werden kann. So erfahre ich, dass es Mitmenschen eine Forderung gleich mit einer Drohung verbinden: "Wenn Du meine Forderung nicht erfüllst, dann ziehe ich daraus meine Konsequenzen." Da wird vom Rücktritt aus der Politik gesprochen. Der Austritt aus einem Verein deklariert oder mit ähnlichen Konsequenzen gedroht.

In diesem Zusammenhang ist es gut, auf sehr nüchterne Worte der Bibel zu achten. Zum Beispiel im Brief des Jakobus aus dem Neuen Testament, wo es heißt: "Jeder Mensch soll schnell bereit sein zu hören, aber zurückhaltend im Reden und nicht schnell zum Zorn bereit; denn im Zorn tut der Mensch nicht das, was vor Gott recht ist." (1,19f.)