Kolumbianerin entdeckt das Erzgebirge

Vorgestellt Lina Maria Delgado ist bis Juli Austauschülerin

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Auf dem Bild zu sehen sind v.l.n.r. Iris Golz, Ronja Golz. Holger Golz, Lara Golz und Lina Maria Delgado beim Memory spielen. Foto: Georg Dostmann

Erlbach-Kirchberg. Seit Mitte September des vergangenen Jahres lebt die kolumbianische Gastschülerin Lina Maria Delgado bei Familie Golz in Erlbach-Kirchberg. Die 17-Jährige war zuvor noch nie in Europa und wollte unbedingt nach Deutschland, um mehr über die verschiedenen Kulturen, die Geschichte und die Sprache zu lernen.

"Anfangs hatte sie Bedenken, dass sie sich nicht mit uns versteht", erzählt ihr Gastvater Holger Golz. Die Familie fand es interessant, eine Schülerin aus einem fremden Land aufzunehmen, ihr die deutsche Kultur zu zeigen und dabei mehr über das fremde Land zu erfahren. Ihre Tochter Lara Golz war von Februar bis November selbst als Austauschschülerin in Costa Rica. "Über die Organisation AFS wurden wir angesprochen, ob wir nicht selbst eine Austauschschülerin aufnehmen möchten", sagt Mutter Iris Golz.

Für Lina Maria Delgado war es anfangs gewöhnungsbedürftig, dass es in deutschen Schulen strenger zugeht als in ihrer Heimat. Sie gesteht: "Die größten Schwierigkeiten habe ich mit der Ordentlichkeit und Pünktlichkeit. Ich musste schon des öfteren zum Bus rennen, um ihn nicht zu verpassen." Ungewohnt ist für sie auch das Wetter. Ihr Vater Holger Golz erzählt: "Als sie das erste Mal den Herbst und Schnee gesehen hat, freute sie sich wie ein kleines Kind. Als erstes mussten wir für sie erst einmal Winterklamotten kaufen."

Die Südamerikanerin lobt außerdem die Vielfalt des deutschen Essens. Am liebsten mag sie Brot, Bratwurst, Döner und Glühwein. Rotkraut dagegen ist weniger ihr Fall. "Geschockt war sie, als wir ihr unser Meerschweinchen gezeigt haben, da man diese Haustiere in ihrer Heimat isst, erzählt Iris Golz. Lina Maria Delgado hat für ihre Gastfamilie auch schon kolumbianische Spezialitäten wie Salat mit Salz oder Kakao mit Käse zubereitet.

Ihre Familie baut in Kolumbien eigenen Kaffee an und beliefert unter anderem "Starbucks". Als Gastgeschenk hat sie ihrer neuen Familie auf Zeit ein Päckchen Kaffee mitgebracht. "Ich vermisse es außerdem, auf Partys zu gehen und Salsa zu tanzen. In den Discos in Deutschland läuft dazu nicht die richtige Musik", so Lina Maria Delgado. Gelegentlich plagt die 17-Jährige auch Heimweh. Am meisten vermisst sie ihre Schwestern und ihre Eltern.