Kreisel, Kegel und Spinnräder

Ausstellung Böhmisches Holzspielzeug ist im Olbernhauer Museum zu sehen

Kreisel, Kegel und auch Spinnräder" lautet der Titel der neuen Ausstellung im Olbernhauer Museum, die sich besonders dem böhmischen Holzspielzeug widmet. Die Fertigung im Nachbarland wies eine Besonderheit auf. "Die Böhmen haben links gedreht", weiß Frank Lehmann, Leiter des Olbernhauer Museums. Und auf diesen besonderen Linksdrehbänken war es möglich besonders lange und dünne Drehteile zu fertigen. Die komplexen Arbeiten wie sie auf der deutschen Seite gefertigt wurden, waren damit jedoch nicht möglich.

Einer der sich mit den Arbeiten besonders gut auskennt ist Dr. Albrecht Kirsche. Der Historiker stammt aus der Seiffner Verlegerfamilie Max Hetze und hat im Nachlass der Firma einen Fundus gut erhaltener Stücke bewahrt. "Vieles kannte ich noch aus meiner Kindheit, mein Vater hat uns auf dem Lager oft gezeigt, was alles so in Böhmen hergestellt wurde", meinte er. Bei einigen Stücken sei dieser dabei richtig ins schwärmen geraten, wegen der guten handwerklichen Arbeit.

Bei einer Zusammenarbeit mit dem Museum in Most reifte im letzen Jahr deshalb die Überlegung zu einer Sonderausstellung. Museumsleiter Frank Lehmann konnte dazu noch die Manufaktur der Träume, das Spielzeugmuseum in Seiffen, das Museum für sächsische Volkskunst und einige private Leihgeber, wie Albrecht Kirsche, gewinnen. Unter den Stücken sind beispielsweise Miniaturspinnräder, die durch die langen Drehteile besonders typisch für die böhmische Fertigung sind, aber auch gröberes wie Kegel, die gleich aus kompletten kleinen Ästen gedreht wurden.

Bis zum 24. Februar ist die Sonderausstellung im Museum Olbernhau noch zu sehen.