Kugelstoßer will mit Bob aufs Podest

Olympia Quereinsteiger Candy Bauer hofft auf Happy-End

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Candy Bauer vom Bobteam Friedrich Foto: Thomas Fritzsch

Die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele muss Candy Bauer leider noch am Fernseher mitverfolgen. "Unser Flieger nach Südkorea geht erst am 12. Februar", erklärt der aus Wolkenstein stammende Anschieber aus dem Vierer-Bob von Francesco Friedrich. Gern hätte er die große Auftaktzeremonie in Pyeongchang vor Ort erlebt, doch der Euphorie von Bauer kann die verspätete Anreise nichts anhaben. "Das Hauptaugenmerk liegt auf dem Wettkampf, der Rest ist nur Nebensache", betont der 31-Jährige, der inzwischen in Niederlauterstein wohnt. Er weiß genau, dass dies seine einzige Chance ist, sich eine olympische Medaille zu sichern.

Mit dem Bobfahren eine neue Herausforderung

Als Jugendlicher hatte Bauer noch davon geträumt, als Leichtathlet internationale Erfolge zu feiern. Dies gelang zunächst auch, denn im Kugelstoßring war der Starter des LV 90 Erzgebirge eines der größten deutschen Talente. Nach Erfolgen auf nationaler Ebene wurde Bauer im Jahr 2003 Fünfter der Jugend-Weltmeisterschaft. Auch im Männerbereich behauptete sich der Erzgebirger, wurde deutscher Vizemeister und knackte schon bald die 20-Meter-Marke. Doch nach der Teilnahme an der Hallen-Weltmeisterschaft 2012 folgte eine bittere Diagnose: Wegen eines Knorpelschadens musste er seine Laufbahn als Kugelstoßer beenden.

Dass ein Ende oft einher geht mit einem Neuanfang, wurde im Fall von Candy Bauer besonders deutlich. Als Quereinsteiger in den Bobsport fand er sofort eine neue Herausforderung - und meisterte diese mit Bravour. Die nötige Kraft und Explosivität brachte der Athlet ja mit, die nötige Technik beim Anlauf im Eiskanal und dem Hereinspringen in den Bob hatte er sich auch bald angeeignet. Mit dem Team Francesco Friedrich durfte sich der Niederlautersteiner sogar schon über den Weltmeistertitel freuen.