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Kurzzeitläden sollen dem Erzgebirge in vielerlei Hinsicht helfen

Einzelhandel Vermittlungsplattform soll interessierte Vermieter, Händler und Künstler vernetzen

Wolkenstein. 

Wolkenstein. Gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe soll ein neues Projekt schlagen, das Josephine Leonhardt-Dietrich und Nadja Hecker im Erzgebirge vorantreiben. Mit Kurzzeitläden wollen sie gegen den Leerstand in den Ortszentren der Kommunen vorgehen. Neben Vermietern, deren Geschäftsflächen derzeit ungenutzt sind, hilft dieses Projekt auch Händlern und Künstlern, die für zumindest vorübergehend eine Präsentations- und Verkaufsbühne suchen. Nicht zuletzt profitieren aber auch Gemeinden und Städte von diesem Konzept, indem die Innenstädte belebt werden.

Pilotprojekt in Wolkenstein

Wie das alles funktionieren kann, war nun für einen Tag in Wolkenstein zu erleben. Unter dem Motto "Hereinspaziert" wurden dort vier leerstehende Räumlichkeiten für einen Tag mit Leben gefüllt. Zu diesem Pilotprojekt gehörte auch der historische Fleischerladen, den Paul Oskar Teichert um 1900 mit besonderer Architektur in der Großen Kirchgasse eingerichtet hat. Statt Leberwurst und Salami gab es in dem seit Jahren geschlossenen Geschäft nun Räuchermännchen und Jahreszeitenbäume. Gefertigt wurden sie von Holzdesigner Michael Ramm, der durch den Messebau häufig unterwegs sind. Um aber auch die von ihm gefertigten Holzfiguren, die nicht nur als Weihnachtsschmuck dienen, zu zeigen und zu verkaufen, kommt ihm der Kurzzeitladen sehr gelegen. "Für einen ständigen Laden fehlen uns die Zeit, die Mitarbeiter, der Warenbestand und auch die finanziellen Möglichkeiten", erklärt der 54-Jährige, der den Fleischerladen in diesem Jahr noch dreimal nutzen will.

Nicht nur für einen Tag gedacht

Den Kontakt zwischen Vermietern und Nutzern herzustellen, ist das oberste Ziel der Organisatorinnen. Ihre Internetseite Kurzzeitladen.de soll zu einer Art Vermittlungsplattform werden, um Kontakte in der gesamten Region und auch für längerfristige Kooperationen zu ermöglichen. Kurzzeitläden für nur einen Tag, wie sie in Wolkenstein zu erleben waren, sollen die Ausnahme sein. "So mancher Kunde traut sich ja erst rein, wenn er zweimal vorbeigegangen ist", sagt Nadja Hecker, die aus Erfahrung spricht. Schließlich betreibt die Webdesignerin aus Oelsnitz einen Co-Work-Space, in dem Nutzer kommen und gehen. Nun soll auch leerstehenden Läden zumindest zeitweise neues Leben eingehaucht werden. "Interessenten sollen sich über unsere Plattform selbst finden", so die Erzgebirgerin.