Landkreis benötigt weitere Standorte

Sozial Asylsuchende ziehen zum Jahresende in Naturschutzzentrum Dörfel

Noch in diesem Jahr muss der Erzgebirgskreis 1.400 Flüchtlinge aufnehmen. Aktuell sind etwa 1.900 Personen in Wohnungen, verteilt über das gesamte Kreisgebiet, untergebracht. Trotz aller Bemühungen von Landkreis und Kommunen ist derzeit die Unterbringung von zirka 700 Personen nicht gewährleistet. Zu den weiteren Unterbringungskapazitäten sollen demnächst eine Gemeinschaftsunterkunft in Johanngeorgenstadt, ein Containerstandort im Jahnsdorfer Ortsteil Pfaffenhain sowie ein Containerstandort in Burkhardtsdorf OT Meinersdorf gehören. Weitere Standorte für mögliche Gemeinschaftsunterkünfte oder auch Notunterkünfte werden gesucht. Für Aufregung sorgte in letzter Zeit die Nachricht, dass ab Jahresende das Naturschutzzentrum Erzgebirge (NSZ) in Dörfel als zeitweilige Unterkunft für rund 110 Asylsuchende dienen soll. Dazu schreibt die SPD-Bundestagsabgeordnete Simone Lang: "Das Naturschutzzentrum Erzgebirge in Dörfel kann ab sofort keine Übernachtungsgäste mehr beherbergen. Grund: Der Landkreis als 100-prozentiger Gesellschafter der gemeinnützigen GmbH, benötigt die zum Objekt gehörenden, für jeweils zehn Personen ausgelegten Ferienhäuser für Flüchtlingsfamilien." Laut Landkreisverwaltung werden vor allem die Gebäudeteile des Naturschutzzentrums genutzt, die bereits bisher der Beherbergung dienten. Hinzu kommen zusätzliche Räumlichkeiten für die Unterbringung sowie als Sozialräume. Betrieben wird die Unterkunft von der landkreiseigenen Wirtschaftsförderung Erzgebirge GmbH unter Nutzung von Ressourcen der gemeinnützigen GmbH des NSZ. Gerüchte, nach denen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des NSZ entlassen worden sein sollen, dementiert das Landratsamt und erklärt: "Für den Zweck der Umweltbildung wird derzeit noch eine Interimslösung gesucht. Alle anderen Arbeitsfelder des Naturschutzzentrums werden unverändert fortgeführt."