Landratsamt hält an Plänen fest

Initiative Johanngeorgenstadt bekommt nun doch ein Asylbewerberheim

Das umstrittene Asylbewerberheim in Johanngeorgenstadt wird kommen. So viel scheint sicher. Gespräche und mehrere friedliche Demonstrationen in der Bergstadt haben daran nichts ändern können. "Die kommunale Wohnungsgesellschaft hatte Wohnungen für bis zu 75 weitere Asylbewerber angeboten", sagt Bürgermeister Holger Hascheck (SPD), der ebenfalls die dezentrale Unterbringung favorisiert und sich für eine Quotenregelung einsetzt. Bisher hat Johanngeorgenstadt schon 18 Asylbewerber aufgenommen.

Der Kampf um die dezentrale Unterbringung scheint nun aber auch in Johanngeorgenstadt verloren. Das Landratsamt hält an den Plänen für ein zentrales Asylbewerberheim mit bis zu 150 Plätzen in der Bergstadt fest. Auf großes Unverständnis bei den Johanngeorgenstädtern stößt unter anderem die Tatsache, dass das Heim in der Schwefelwerkstraße und damit mitten in einem Touristengebiet entstehen soll. Gastronomen und Hoteliers befürchten, dass die Gäste wegbleiben könnten. Schließlich stehen die Adventszeit und der Winter und damit die wichtigste Zeit für die Tourismusbranche in der Region vor der Tür.

Weil es sich aber um ein hochsensibles und emotionales Thema handelt, der Flüchtlingsstrom nach Deutschland nicht abreißt und damit auch der Freistaat Sachsen angesichts der nahenden kalten Jahreszeit vor immer neuen Herausforderungen steht, werden die Sorgen der Johanngeorgenstädter nicht kleiner. Mitglieder der Bürgerinitiative, die die friedlichen Demonstrationen in Johanngeorgenstadt organisiert haben, waren in der vergangenen Woche zu Landrat Frank Vogel nach Annaber-Buchholz eingeladen. Holger Hascheck dazu: "Fünf Teilnehmer der Initiative haben den Termin wahrgenommen." Ein Ergebnis war zu Redaktionsschluss nicht bekannt.