Lasst die Kirche im Dorf!

Wort zum Sonntag von Pfarrer Christoph Georgi

So sagen wir manchmal, wenn jemand irgendeine verrückte Idee hat, die kaum zu verwirklichen ist. Manchmal ist aber auch tatsächlich die Kirche im Dorf oder in der Stadt gemeint. Die Kirche gehört dazu, ganz besonders bei uns im Erzgebirge. Und wenn eine Kirche zu restaurieren ist, da helfen manchmal auch Nichtchristen mit oder spenden für die Restaurierung.

Für mich gehört eine Kirche nicht nur zum Dorf oder zur Stadt, weil sie zur Ansicht gehört. Viel wichtiger ist es, dass sie uns an Gott erinnert. Dass sie uns darauf hinweist: Es gibt im Leben noch mehr als die materiellen Dinge. Es gibt noch mehr als unsere sichtbare Welt. Es geht nicht alles auf in unserem Leben. Es werden immer Fragen offen bleiben. Es lässt sich nicht alles berechnen.

Das Letzte ist in unserer Zeit heute anscheinend so ungeheuer wichtig: Es muss sich alles rechnen. Nein, es lässt sich nicht alles rechnen und berechnen. Das Leben hat noch eine viel tiefere Dimension. Da gehört eben auch der Glaube an Gott dazu. Dieser Glaube gibt uns Halt und Hoffnung in einer Welt, wo so vieles ins Wanken geraten ist. Wo oft nur noch Reichtum und Macht zählen. Daran erinnert uns unter anderem auch das Bauwerk Kirche. Und sie lädt uns ein, in ihr Gott zu danken, sein Wort zu hören und mit ihm zu reden. Trost, Halt und Freude zu erfahren. Deshalb feiern wir mit Freude und Dankbarkeit das Kirchweihfest.