Lautaer Ortschronist grübelt über Jahrhunderte alten Zeitzeugen nach

heimatgeschichte Wo kommt nur diese Platte her?

Lauta. 

Lauta. Manfred Stülpner, Chronist aus dem Marienberger Ortsteil Lauta brennt für alles, was mit Heimatgeschichte zu tun hat. Derzeit fasziniert ihn eine künstlerisch gestaltete Ofenplatte aus Bronze. "Zu sehen ist sie in Marienberg an der Giebelseite des Gebäudes der Freien Presse, Amtsstraße, Ecke Töpferstraße Nr. 17. Viele Leute laufen oder fahren dort vorbei. Kaum jemand weiß Näheres dazu", so der Rentner.

Geschichte der römischen Königszeit

Recherchen ergaben, dass solche Art von Bronzeguss bereits im 16. Jahrhundert in ganz Deutschland von Eisenhämmern in eisernen Öfen gefertigt wurde, größtenteils für Bauernhöfen. Laut Landesverein Sächsischer Heimatgeschichte, Band XXIII muss ein Hans Rabe zu Pirna schon im Jahre 1515 im Auftrag von Herzog Georg größere dieser Kunstwerke geschaffen haben. Die Schlösser in Freiberg, Colditz, der Stallhof zu Dresden, das Leipziger Rathaus und die Festung Königstein wurden um 1590 damit ausgestattet. Geschickte Bildhauer wie Andreas Walter erarbeiteten dazu die Gestaltung. In Dresden gab es damals eigens dafür eine Bildhauerschule.

Die Ofenplatte in Marienberg zeigt eine Sage aus der römischen Königszeit. Zur Herkunft dieser Platte sagte Stülpner: "Im Jahre 1794 eröffnete Johann Carl Donat sen. In Marienberg in der derzeitigen Töpferstraße 17/19 eine Eisenwarenmanufaktur. Seine Vorfahren waren Eigentümer und Hersteller dieser gusseisernen Platte". Dennoch plagen den Lautaer ihn gewisse Zweifel zu diesem Zeitzeugen. "Die Platte ist einfach zu groß für Öfen, wie sie im Erzgebirge typisch waren. Sie würde vielmehr in einen großen, prächtigen Festsaal passen, den es hier in der Umgebung allerdings nicht gab. Das herauszufinden brennt mir unter den Nägeln. Aber ob ich dazu jemals eine Antwort finde?"