Lautlos im Stadion

Fußball FCE-Anhänger beteiligen sich an Protestwelle

Wer ins Fußballstadion geht, der will nicht ins Theater - so viel ist sicher, wenngleich einige Einlagen der Spieler nach Fouls zumindest hin und wieder an ein Schauspiel erinnern. Doch eine Theateratmosphäre hat am Samstag beim Spiel des FC Erzgebirge Aue gegen den SV Sandhausen geherrscht - zumindest in den ersten zwölf Minuten.

Auch die Anhänger der Lila-Weißen beteiligen sich an der Protestwelle gegen das geplante neue Sicherheitskonzept der Deutschen Fußball Liga (DFL). Im Stadion war es mucksmäuschenstill. Die Fans beider Mannschaften verweigerten die lautstarke Unterstützung. Lediglich beim Treffer von Jan Hochscheidt in der 8. Minute brach Jubel aus, danach aber wurde es wieder still. Die Auer Ultras rückten gar erst zwölf Minuten später ins Sparkassen-Erzgebirgsstadion ein. Auf einem Plakat teilten sie mit: "Entschuldigung - wir sind noch zur Ganzkörperkontrolle". An den Protesten beteiligen sich sämtliche Anhänger einer Mannschaft aus der 1. oder 2. Bundesliga. Die Aktionen sollen auch am kommenden Spieltag fortgesetzt werden. Mit dem Stimmungsboykott wollen die Fan-gruppierungen zeigen, dass Fußball ohne die Stadiongäste nicht funktioniert. Am 12. Dezember kommen die Clubs zusammen und sollen eigentlich über das Papier "Sicheres Stadionerlebnis" abstimmen.

Doch zurück zur Meisterschaft: Nach dem 2:2-Unentschieden am vergangenen Samstag gegen Sandhausen müssen die Schützlinge von Trainer Karsten Baumann am Sonntag zum Rückrundenauftakt FC St. Pauli. Mittelfeldspieler und Tormaschine Jan Hochscheidt zieht eine erste positive Bilanz: "Die Hinrunde ist relativ gut gelaufen. Klar haben wir hier und dort ein oder zwei Punkte liegen gelassen." Drei Punkte Vorsprung zum Relegationsplatz sei eine gute Basis für die kommenden Aufgaben. "Wir haben uns im Verlauf der Saison immer weiter eingespielt. Regensburg war ein Schlüsselspiel und seither haben wir uns als Mannschaft gesteigert."