Leere Stühle machen auf prekäre Situation in der Gastronomie aufmerksam

Stühle-Aktion Gastronomen setzen weiter Zeichen

Oberwiesenthal. 

Oberwiesenthal. Über 900 leere Stühle stehen auf der Freilichtbühne in Oberwiesenthal - was dahinter steckt ist eine Aktion der erzgebirgischen Gastronomen, die damit auf ihre prekäre Situation aufmerksam machen wollen. Seit Wochen sind die Hotels und Gaststätten angesichts der Corona-Schutzverordnung geschlossen und so langsam machen sich die Unternehmer ernsthafte Sorgen um die Zukunft und Existenz.

Jens Weißflog ist Gastronom und Hotelier in Oberwiesenthal und Schirmherr der Aktion: "Einen Schirm haben wir zum Glück heute nicht gebraucht, aber alle warten auf den Rettungsschirm, der hoffentlich bald auch die Gastronomie erreicht." Doch wann wird es unwirtschaftlich? "Diese Frage muss jeder Gastronom für sich beantworten und einschätzen. Wenn ich mir vorstelle, ich müsse in unserer Köhlerstube Plexiglaswände einbauen, dann lasse ich sie lieber zu und finde eine andere Lösung", sagt Heiko Schmidt, Inhaber des Hotel und Restaurant Köhlerhütte in Waschleithe Überzeugt ist Schmidt: "Man kann mit Mundschutz und Abstand indem man beispielsweise nur jeden zweiten Tisch belegt, einiges erreichen. Das lässt sich realisieren. Lieber die Hälfe Gäste als gar keine."

Frage des Wie in den Vordergrund stellen

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Alexander Krauß denkt in die Richtung, nicht pauschal etwas überzustülpen, sondern individuelle Lösungen zu finden für den Einzelnen. Jede Gaststätte muss für sich schauen, wie sich die Abstandsregelungen umsetzen lassen. Man sollte die Frage des Wie in den Vordergrund stellen. Ich denke, dass da bei den Gaststätten etwas möglich ist." Man müsse auch weiterhin sehr sensibel hinsichtlich der Hygienefragen sein, denn mit der aktuellen Situation werden man noch länger umgehen müssen.

Auch Jens Ellinger, Vize-Präsident DEHOGA Sachsen fordert mehr Mitsprache: "Es sollte jeder Unternehmer eigenverantwortlich entscheiden können, wie er sich, seine Mitarbeiter und die Gäste schützt." Das finanzielle Polster schmilzt bei vielen Gastronomen dahin. "Wenn das beantragte Kurarbeitergeld jetzt nicht kommt, wird bei der nächsten Lohnzahlung eng", sagt Heiko Schmidt. Sabine Silbersack, Geschäftsführerin des Hotel "Am Bühl" in Eibenstock sagt: "Die Stühle-Aktion finde ich gut. Es wird Zeit, dass sich etwas regt. Es kann so nicht weiter gehen."