Lehrerin zieht Karakalbaby groß

Betreuung Katzennachwuchs hilft über Trauer hinweg

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Dieses Karakal-Junges wird zurzeit von Andrea Weihrauch aus Lindenau betreut. Foto: Georg Dostmann

Lindenau. Zwei schlimme Schicksale haben Andrea Weihrauch und Karakalbaby Cheyenne aus dem Zoo der Minis in Aue zusammengeführt. Die Grundschullehrerin hatte eine Aufgabe gesucht, nachdem sie ein schwerer Schicksalsschlag getroffen hatte. Im Oktober vergangenen Jahres verstarb ihre 16-jährige Tochter Natalie, während Andrea Weihrauch gerade mit ihrem Mann auf Hochzeitsreise war.

"Das Kleine ist für mich wie eine Therapie. Es hilft mir über die Trauer hinweg, lenkt mich ab und gibt mir das Gefühl, wieder gebraucht zu werden", sagt die 49-Jährige. Ihr Mann Andreas Weihrauch kannte Zoomitarbeiterin Bärbel Schroller bereits durch seinen Beruf bei der Kripo. Mitte November besuchte das Ehepaar aus dem Schneeberger Ortsteil Lindenau den Tierpark, um sich abzulenken. Dabei sahen sie, dass Karakalmutter Cara Junge trägt. Zusammen mit ihrem Mann erkundigte sie sich, ob der Zoo Hilfe bei der Aufzucht braucht - doch daraus wurde erst einmal nichts.

Am 26.11.2016 kamen schließlich zwei Jungen und ein Mädchen zur Welt. Fünf Tage später stellte der Zoo fest, dass das weibliche Tier nur noch 210 Gramm wog - genauso viel wie zur Geburt. Der Zoo kontaktierte daraufhin Weihrauch und fragte an, ob ihr Angebot der Aufzuchthilfe noch steht. Sie bejahte. "Als ich davon hörte, ließ ich alles stehen und liegen, kaufte in einem Zoogeschäft Aufzuchtsmilch und holte die Kleine ab", sagt Andrea Weihrauch.

Cheyenne wiegt aktuell etwa 800 Gramm und ist etwa 30 cm lang. Seit kurzem frisst sie neben Milch auch Rindergehacktes. In ihrer Wohnung hat Andrea Weihrauch ein etwa 3x2 Meter großes Areal abgegrenzt, da Cheyenne noch nicht stubenrein ist. Im Moment wird die Kleine alle drei bis vier Stunden gefüttert und schläft etwa 18 Stunden am Tag.

Das Ehepaar Weihrauch wird das Baby voraussichtlich Ende Januar an einen Privathaushalt abgeben.