Leipziger Zootierarzt-Legende zu Gast in Aue

Tierwelt Prof. Dr. Eulenberger referierte in der Mini-Uni

Bärbel Schroller, die Vorsitzende des Zoo-Fördervereins (li.) hat gestern Prof. Dr. Klaus Eulenberger im Auer Zoo der Minis begrüßt. Foto: R. Wendland

Aue. Prominenten Besuch gab es gestern in Aue: Prof. Dr. Klaus Eulenberger, der ehemalige Cheftierarzt am Leipziger Zoo und bekannt durch die MDR-Fernsehsendung "Elefant, Tiger und Co", hat an der Mini-Uni im Auer Zoo der Minis referiert. Gesprochen hat Eulenberger über das Aussterben von Tieren, die Ursachen und Möglichkeiten der Arterhaltung.

"Es ist wichtig möglichst alles an Genen in der Natur, was durch die Evolution geschaffen worden ist, zu erhalten, denn es greift alles, wie Rädchen ineinander", so Eulenberger, der in Limbach-Oberfrohna aufgewachsen ist. Wie er selbst erzählt, ist er 500 Meter vom Tierpark entfernt geboren und als Grundschüler habe er das erste Gehege dort mit gebaut. Mit dem Tierparkförderverein Limbach-Oberfrohna ist er seit der Gründung 1992 verbunden. Heute leitet Eulenberger als Vorsitzender die Geschicke.

Eingesperrt sein, hat zwei Seiten

"Tiere sind in der Natur nicht frei, sie sind auch eingesperrt. Sie sehen ihre Grenzen und müsse diese hart verteidigen. Die Tiere haben es in der Natur viel schwerer, als im Zoo. So, wie die Tiere heute gehalten werden, kann man sagen, es geht ihnen im Zoo besser, als in der Natur", sagt Eulenberger und ergänzt: "Auf der anderen Seite gäbe es keine Evolution, wenn sich Tiere in der Natur nicht gegenseitig töten, Witterungsbedingungen und Naturgewalten zum Opfer fallen würden oder mit Futtermangel zu kämpfen haben."

All das falle im Zoo weg. Eulenberger sagt, die Leute sollen weg kommen von dem Gedanken, dass die armen Tiere im Zoo gefangen sind. Mit Blick auf den Auer Zoo der Minis sagt der 74-jährige: "Es war eine gute Idee, diese Nische auszuschöpfen."

Auer sorgen für Wohlfühlcharakter

Im Auer Zoo der Minis hat man 80 Tierarten angesiedelt. Es sind die jeweils kleinsten ihrer Rasse, die in Aue zuhause sind. In Summe gibt es 430 Bewohner. Bärbel Schroller, die Vorsitzende des Fördervereins Zoo der Minis sagt: "Wir versuchen den Tieren die Bedingungen zu schaffen, die sie brauchen, um sich wohlzufühlen. Man muss die Gehege so gestalten, dass ein Tier alle Komforthandlungen, die es in der Natur hat, weitestgehend nachvollziehen kann."

Das habe mit der Größe des Geheges nicht unbedingt etwas zu tun. Der Kontakt zu Klaus Eulenberger steht seit vielen Jahren. "Wir kennen uns schon seit DDR-Zeiten als Leipzig Konsultationszoo für Aue war", erzählt Schroller und fügt hinzu: "Wenn wir Schwierigkeiten haben mit Krankheiten bei exotischen Tieren, können wir Professor Eulenberger jederzeit anrufen. Er hat immer ein offenes Ohr."