"Licht an" im Erzgebirge: Darum zieht das Anlichteln in Zwönitz jedes Jahr Tausende an

Zwönitz feiert seine Hutzentage mit Traditionen, Lichterzauber, bergmännischem Brauchtum und vielen besonderen Höhepunkten

Zwönitz

Es ist die schönste Zeit im Erzgebirge, die Advents- und Weihnachtszeit. In der Stadt Zwönitz hat diese Jahreszeit einen ganz besonderen Charme, denn die Zwönitzer schalten nicht einfach nur das Licht ein, sie zelebrieren das Ereignis. Die Zwönitzer Hutzentage starten am Freitag und laufen bis Sonntag.

 

Bergmännisches Anlichteln als Auftakt

Traditionell ist das Anlichteln. Das beginnt 16 Uhr mit einem bergmännischen Konzert mit den Erzgebirgischen Blasmusikanten in der Trinitatiskirche. Es schließt sich ein Umzug, der von den Musikanten begleitet wird - mit dabei sind der Bergmännische Traditionsverein Zwönitz, die Traditionsfiguren Bergmann und Engel und die Zwönitzer Nachtwächter.

 

Magischer Moment: "Licht an!" in Zwönitz

Was dann 17.30 Uhr passiert, ist einzigartig. Das Anlichteln zieht jedes Jahr tausende Besucher in die Stadt und die wollen nur ein, miterleben, wenn Bürgermeister Wolfgang Triebert den berühmten Satz "Licht an" sagt und die Innenstadt von Zwönitz dann im Lichtermeer erstrahlt. In diesem Zusammenhang gehört traditionell auch der Auftritt der Zwönitzer Nachtwächter und es wird auch wieder ein Konzert der Drehorgelfreunde geben. Und es spielen ab 18.30 Uhr die Musiker von den Fidelen Jungs auf.

 

Festlicher Weihnachtsmarkt und Vorbereitungen

Die Zwönitzer Hutzentage bescheren einen festlich geschmückten Weihnachtsmarkt. Damit sich Einheimische und Gäste gleichermaßen wohlfühlen, sind viele fleißige Hände bereits seit Wochen mit den Vorbereitungen beschäftigt. Der stattliche Weihnachtsbaum auf dem Zwönitzer Marktplatz ist eine 15 Meter hohe Nordmanntanne, gespendet von Grundstücksbesitzern aus dem Zwönitzer Ortsteil Brünlos. Der Baum ist mit Lichterketten geschmückt, die jetzt nur darauf warten, angeknipst zu werden.

Die Zwönitzer Hutzentag laden drei Tagen, von Freitag bis Sonntag, zum Bummeln und Verweilen ein. Alle freuen sich auf ein gesegnetes Wochenende voller erzgebirgischer Gemütlichkeit, Glühwein, Punsch und kulinarische Leckereien. Zudem bieten die Hutzentag genügen Raum und Zeit für Begegnungen und Gespräche mit Freunden und Gästen.

 

Zwönitzer Nachtwächter als unverzichtbare Tradition

Die Nachwächter sind ein Zwönitzer Original und dürfen gerade in der Advents- und Weihnachtszeit nicht fehlen bei den Veranstaltungen.

Bei den Hutzentagen sind Männer nicht nur zur Eröffnung am Freitag zu erleben, sondern auch am Sonntag 17.30 Uhr zum Abschluss des dreitägigen weihnachtlichen Events. Der Spruch "Hört, Ihr Leut‘ und lasst Euch sagen, unsre Glock‘ hat 10 geschlagen, habt Acht auf Feuer und auf Licht, dass unsrer Stadt kein Schad‘ geschieht. Menschenwachen kann nichts nützen, Gott muss wachen, Gott muss schützen. Herr, durch Deine Güt‘ und Macht, gib uns eine gute Nacht." ist weithin zu hören, wenn die Nachtwächter unterwegs sind. Mit diesem Ruf beginnt und schließt der Zwönitzer Nachtwächter freitags und samstags seinen nächtlichen Rundgang durch die Innenstadt.

 

Öffnungszeiten und Verkehrsregelungen

Im Rahmen der Zwönitzer Hutzentage hat der Weihnachtsmarkt wie folgt geöffnet: Freitag von 16 bis 22 Uhr, Samstag von 10 bis 22 Uhr und am Sonntag von 11 bis 18 Uhr. Am 1. Adventssonntag haben zusätzlich die Geschäfte in der Zwönitzer Innenstadt von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Ein wichtiger Hinweis für Verkehrsteilnehmer: der Bereich des Festgeländes ist in der Zeit von Freitag 14 Uhr bis Sonntag 22 Uhr abgesperrt. Eine Durchfahrt ist nicht möglich.

 

Premiere der "Erz Edition" - neue Weihnachtskugel aus Zwönitz

Es gibt eine Premiere, die "Erz Edition". Doch was steckt dahinter? Es ist eine exklusive und limitierte Weihnachtskugel-Auflage, ein neues Herzensprojekt der Gebrüder Roth in Zwönitz. Das Motiv entworfen hat die Hormersdorfer Künstlerin Katrin Wetzel. Die Kugel gibt es in zwei Varianten: eine mit acht Zentimetern im Durchmesser, die maschinell hergestellt wird und für 9,99 Euro zu haben ist und eine Edition mit 111 Stück - diese mundgeblasenen Kugeln, die zwölf Zentimeter im Durchmesser sind und 99 Euro pro Stück kosten, sind Unikate, nummeriert und handsigniert von Katrin Wetzel, die gesteht: "So etwas macht man nicht alle Tage. Es war eine immense Herausforderung und eine Premiere, dass ich mich an eine Kugel herangewagt habe. Die Wölbung ist das Schwierige. Das Motiv darf nicht verzerren."

Von jeder verkauften Kugel, die in Zusammenarbeit mit der Inge's Christmas Decor GmbH entstanden, fließen 10 beziehungsweise 1 Euro an den SV Fortuna Pöhla, den Heimatverein von Skisprunglegende Jens Weißflog. Ziel ist es, die Edition genauso erfolgreich zu machen, wie die Weihnachtskugeln des FC Erzgebirge Aue, wo jetzt die 10. Auflage als Jubiläumsausgabe "SchAchtzig!" zum 80. Geburtstag von Wismut Aue 2026 erschienen ist. Wie Joachim Roth, Geschäftsführender Gesellschafter von Gebrüder Roth sagt, sei die FCE-Kugel ein Renner und man habe die Editionen von 2016 bis 2025 vorrätig. Bezüglich der Erz-Edition ist es das Ziel, jährlich eine Edition mit Motiven des Erzgebirges herauszugeben, begonnen bei Landschaften über Legenden, Bergbau und Volkskunst bis hin zu Weihnachtsthemen. Die Idee, eine Sammeledition mit wechselnden Motiven zu etablieren, soll einen Sammeleffekt schaffen, wie Joachim Roth sagt.

Wer sich für die Entstehung und Produktion der Erz-Edition 2025 interessiert, kann das jetzt in einem Film verfolgen.

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Paraden, Rituale und Höhepunkte des Wochenendes

Die Hutzentage in Zwönitz stecken voller Traditionen - dazu gehört die Weihnachtsmannparade mit Anschieben der Marktpyramide am Samstag 10.30 Uhr. Um dieses Spektakel mitzuerleben, säumen immer zahlreiche Besucher die Straßen. Und wenn die Rauschebärte die Straßen entlang laufen. Um sich dann vor der Marktpyramide zu versammeln, leuchten nicht nur Kinderaugen. Auch Erwachsene erfreuen sich an dem Rot-Weißen Farbenmeer, in das die Stadt in dem Moment getaucht wird. Natürlich steht der Zwönitzer Rupprich im Mittelpunkt und er wird zusammen mit Bürgermeister Wolfgang Triebert die Besucher begrüßen.

Umrahmt von einem kleinen Programm, wird die Pyramide, wie jedes Jahr zusammen angeschoben und in Gang gesetzt. Mit dabei sein werden die Fidelen Jungs und der Chor der Grundschule Brünlos. Der Weihnachtsmann ist auch am Nachmittag noch einmal in der Stadt unterwegs. Dann wird er gegen 15 Uhr mit der Pony-Kutsche vorfahren und den Wunschbriefkasten leeren.

Am Sonntag steht das Leeren des Wunschbriefkastens für 16 Uhr im Programm. Ein besonderes Angebot gibt es ebenfalls am Samstag - der Buntspeicher Zwönitz verwandelt sich von 11 bis 16.30 Uhr in eine Wichtelwerkstatt, wo kleine und große Kreative zum Mitmachen eingeladen sind. An zahlreichen Stationen gibt es die Möglichkeit, mit einfachen Mitteln einzigartige Weihnachtsgeschenke oder Dekorationen zu gestalten. Ob beim Basteln, Zeichnen und Stempeln oder bei digitalen Kreativ-Angeboten - für jeden Geschmack ist etwas dabei.

 

Erlebnisreicher Bergaufzug als stimmungsvoller Abschluss

Ein weiteres Highlight ist der abendliche Bergaufzug in Zwönitz, wo über 400 Trachtenträger erwartet werden. Start dafür ist am Samstag, 17 Uhr. Im Anschluss an die Parade gibt es ein Zeremoniell am Fuße der Pyramide und gegen 18 Uhr spielt das Bergmusikkorps "Frisch Glück" Annaberg-Buchholz/ Frohnau.

Der Bergaufzug hat seinen besonderen Reiz, denn die Akteure laufen im Schein ihrer Geleuchte. Bergaufzüge und Bergparaden gehören im Erzgebirge einfach dazu zur Adventszeit und das lässt man sich auch in Zwönitz nicht nehmen. Das gesamte Hutzentage-Wochenende wartet mit vielfältiger Unterhaltung auf - auch ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm sorgt für Unterhaltung und stimmt auf die Advents- und Weihnachtszeit ein.

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