Lieder-Lieferdienst des MDR: Gesang als Dank für über 1000 Masken

Masken Borstendorferin saß fünf Wochen lang fast ständig an ihrer Nähmaschine

Borstendorf. 

Borstendorf. Vier Musiker des MDR-Rundfunkchors haben in Borstendorf gezeigt, wie schön traditionelle Volkslieder klingen können. Das sogenannte Silcher-Quartett hatte sich aus Leipzig auf einen langen Weg gemacht, um zunächst in der Nähe von Zwickau Menschen Freude zu bereiten. Borstendorf war dann die dritte Station des Lieder-Lieferdienstes - ein Projekt, das einerseits den Musikern hilft. Obwohl aufgrund der Corona-Beschränkungen gemeinsame Proben wochenlang nicht möglich waren, können sie auf diese Weise gemeinsam singen. Andererseits helfen sie damit auch denjenigen, die ihnen zuhören. Der Gesang bringt willkommene Abwechslung in den tristen Alltag - und stellt stets ein Dankeschön dar.

Aufruf einer Klinik als Anstoß

In Borstendorf klingelten die Musiker an der Tür von Sandra Findeisen, die nichts ahnend von dem Auftritt überwältigt wurde. Ihre Freundin Imke Löbner hatte im Internet vom Lieder-Lieferdienst erfahren und sah darin eine tolle Möglichkeit, um der Leistung von Sandra Findeisen die verdiente Anerkennung entgegenzubringen. Schließlich hatte die 40-jährige Borstendorferin innerhalb von nur fünf Wochen mehr als 1000 Masken genäht. "Alles ging los mit dem Aufruf einer Klinik, die Mund-und-Nasenschutz benötigte", erklärt Sandra Findeisen. Obwohl sie selbst als Kita-Erzieherin arbeitet, kennt sie sich auch mit der Schneiderei gut aus, denn seit sechs Jahren ist das Nähen "ein schönes Hobby" für sie.

Bis früh morgens im Einsatz

Statt Kleidungsstücke für ihre vier Kinder zu fertigen, ratterte die Nähmaschine nun fast unaufhörlich für Masken. "Oft war ich bis 1.30 Uhr morgens am Arbeiten", berichtet Sandra Findeisen. Die Spendenaktion eines Schulfreundes spornte sie zusätzlich an. Zeit genug blieb ihr, da die Erzieherin zeitweise im Home Office war. Außerdem stand ihr Stoff mit vielen verschiedenen Motiven zur Verfügung. Anderen damit Freude und Hilfe zu bereiten, war für die 40-Jährige fast selbstverständlich. Auch wenn die Aktion "sehr kräftezehrend" war. Inzwischen habe sich die Lage etwas beruhigt, die Nähmaschine wird nicht mehr ganz so oft angeschaltet. Deshalb hatte Sandra Findeisen auch Zeit, als die Musiker des MDR-Rundfunkchors klingelten. Ihre Freundin Imke Löbner und Tochter Yasmin Weber, die ebenfalls in den Plan eingeweiht war, waren "zufällig" gerade mit vor Ort.