Lila-Weiße Leidenschaft: „Fan-Veilchen“-Zeichner stellt im Erzgebirge aus

Auer Hobbyzeichner Stephan Buße präsentiert Auswahl seiner Karikaturen

Jahnsdorf/Erz./OT Leukersdorf

Cartoon-Spaß verspricht der Auer Zeichner Stephan Buße und hält, was er verspricht. Überzeugen kann man sich davon beim Besuch der Heimatstube im Jahnsdorfer Ortsteil Leukersdorf, wo "BuBE" - so sein Künstlersignum - eine Auswahl von Karikaturen aus jüngerer Vergangenheit präsentiert. Am Sonntagnachmittag war Eröffnung.

 

Bis 15. Mai sonntags von 13 bis 16 Uhr geöffnet

Vom 15. Februar bis 10. Mai sind Stephan Bußes witzig-nachdenkliche Zeichnungen im Domizil des Leukersdorfer Heimatvereins, Neue Gasse 8, zu sehen. Immer sonntags von 13 bis 16 Uhr. Die Arbeiten stammen aus den letzten fünf, sechs Jahren. Themen findet der Ur-Auer im Alltag, sie schwingen zwischen gesellschaftlicher Relevanz und Nonsens. "Ich zeichne, weil ‚s Spaß macht, und den Spaß will ich dem Betrachter weitergeben", lautet sein Motiv. Was gesellschaftliche Botschaften einschließt, obwohl BuBE vordringlich Politisches weglässt.

 

Von der Betriebszeitung in den Eulenspiegel

Der Erzgebirger ist kein Profi, doch Karikaturen - neudeutsch Cartoons - sind seit gut fünf Jahrzehnten sein Hobby. 1950 in Aue geboren, fand Stephan mit Anfang zwanzig seine Freizeit-Liebe fürs Leben. Der gelernte Elektroinstallateur und spätere Konstrukteur war seit 1974 in der Betriebszeitung "Scala" des Messgerätewerks Beierfeld geschätzt, bald auch präsent in Illustrierten wie "Für Dich", "FF Dabei", der "Freien Presse" oder Fachmagazinen, später zudem in der Super-Illu. Einmal schaffte es der Auer gar in den "Eulenspiegel".

 

Als Rentner Steckenpferd neu gesattelt

Sein Talent half, in den Wendewirren Arbeit zu finden. Bis zum Ruhestand 2015 war er in der Manotherm Beierfeld GmbH für Vertrieb, Werbung und Messeauftritte mit zuständig. "Der Job machte Spaß, ließ aber kaum Zeit für privates Zeichnen. Als Rentner bestieg BuBE das Steckenpferd wieder. Zu dem Kürzel kam er übrigens im Ausland, weil sein Name wegen des "SZ" Probleme bereitete: So stand statt Buße "BuBE" auf der Adressliste.

 

Ständiger Gast im Auer Stadionheft

Einen Anstoß gab der Auer Fußball: "Ich bin selber Fan des FC Erzgebirge und bringe zu Papier, was mein ,Fan-Veilchen‘ zwischen Siegen und Niederlagen erlebt." Seit zehn Jahren schon ist der Mann vom Auer Eichert Cartoon-Autor des Stadionmagazins "Veilchenecho", bis dato erschienen dort über 150 Fan-Veilchen-Motive. Für seinen Herzensverein verzichtet der "Lila-Weiße" auf Honorare und auch bei Ausstellungen wie jetzt in Leukersdorf verdient der Hobby-Künstler null Euro.

 

Zwischen Zille, Scherzkeks und Ancona

Zu den Expositionen in jüngerer Vergangenheit rechnet der 75-Jährige Teilnahmen beim Zille-Karikaturenpreis in Radeburg, bei "Scherzkeks Komische Meister" in Dresden und "Sächsisch Vergoldet" in Pirna, zur Sportkari-Schau im italienischen Ancona und bei der Hilden Cartoon Biennale im Rheinland. Dreimal nahm Buße am Wettbewerb "Karpik" (Karpfen) in Polen teil. Nicht zu vergessen "Heimspiele" bei der "Triennale der Karikatur" in Greiz oder in der Auer "Galerie der anderen Art". Stolz ist BuBE auf die Einladung zum weltweit ältesten Cartoon-Wettbewerb: Im März ‚26 wird der Sachse mit fünf Motiven beim "Goldenen Hut" im belgischen Seebad Knokke-Heist vertreten sein.

 

"Samira und der kleine Schmetterling"

Seine liebste Arbeit? Ein Kinderbuch illustrieren: "Samira und der kleine Schmetterling". Das war 2024 Neuland für ihn. "Es hat ganz, ganz viel Spaß gemacht. ,Samira‘ hat alles, was ein Kinderbuch braucht. Nur eins fehlt zum Glück: der erhobene Zeigefinger." Der fehlt auch in den Bilder in der Leukersdorfer Heimatstube. Tiefgang haben sie dennoch.

 

Sonntags-Kaffee zum Nulltarif beim Heimatverein Leukersdorf

Glücklich ist Stephan Buße über die Bühne für seinen Cartoon-Spaß, das Domizil des Heimatvereins Leukersdorf. Dieser öffnet seine Heimatstube immer sonntags ab 13 Uhr, serviert frischen Kuchen (vom benachbarten Seifert-Bäck) zum Kaffee und präsentiert vier Ausstellungen pro Jahr. Zudem ist manch Spannendes aus der Ortshistorie zu erfahren. Das Ganze bekommt jeder Gast gratis - umso lieber wird die Spendenkanne am Eingang gefüllt.

 

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