Marcel Schmidt ist alter und neuer OB von Stollberg

Wahl Wahlbeteiligung in der Stadt lag bei 43,1 Prozent

Der alte und neue Oberbürgermeister Marcel Schmidt (vorn) feiert am Abend im Kreise von 70 Leuten. Foto: R. Wendland

Stollberg.22 Uhr: Nach der Oberbürgermeisterwahl am heutigen Sonntag in Stollberg feiern beide Kandidaten. Der alte und neue Oberbürgermeister Marcel Schmidt im Kreise von 70 Leuten im Alten Schlachthof. Raphael Jenatschke feiert mit 20 Leuten im Kulturbahnhof in Stollberg. Man hat sich getroffen, ausgetauscht und über die anstehenden Aufgaben gesprochen.

Ralf Köhler, Vorsitzender der Freien Wähler Union Stollberg (FWU) sagt: "Wir hatten mit 70 Prozent der Stimmen für Marcel Schmidt gerechnet. Es ist mit 64,8 Prozent etwas weniger, aber wir sind trotzdem zufrieden." Man werde Marcel Schmidt die nächsten Jahre weiter unterstützen, damit das Optimale für die Stadt Stollberg rauskommt, sagt Köhler.

Rico Anton, CDU-Fraktion des Sächsischen Landtages, gratulierte Marcel Schmidt zur Wiederwahl und auch seinem Herausforderer Raphael Jenatschke für ein sehr beachtliches Wahlergebnis: "Die 35,2 Prozent gegen den Amtsinhaber können sich sehen lassen."

Das sagen die Kandidaten zum Wahlausgang

20.30 Uhr: Die Stollberger Bürger haben es entschieden: Amtsinhaber Marcel Schmidt bleibt Oberbürgermeister der Stadt Stollberg auch in den kommenden sieben Jahren. Schmidt ist mit einem guten Gefühl in die Wahl gegangen: "Ich denke, dass ich in den letzten Jahren eine gute Arbeit gemacht habe. Ich freue mich über das Ergebnis, so wie es ist."

Sein Herausforderer Raphael Jenatschke sagt zum Wahlausgang: "Sicher hätten es mehr Stimmen sein können, aber gegen den Amtsinhaber so ein Ergebnis einzufahren, ist durchaus zufriedenstellend." Beide nehmen die Erfahrungen aus dem Wahlkampf mit in den Alltag.

Die Stimmen aus der Bevölkerung sind unterschiedlich

Elke Rauchfuß sagt: "Zur Wahl gegangen bin ich, weil ich mit der jetzigen Politik nicht zufrieden bin und in Stollberg eine Veränderung wollte."

Angelika Ghahem sagt: "Marcel Schmidt hat in der Stadt schon ganz viel geschaffen. Ob Grünflächen, Kinderspielplätze oder Einkaufsmöglichkeiten, Stollberg ist einfach attraktiv. Und auch das Wohnumfeld passt. Man kann nichts Negatives sagen. In Stollberg habe ich alles, was ich brauche." Ein aktuelles Beispiel sei die grüne Oase auf dem Dach des Aldi-Marktes. Sonst habe man auf solchen Gebäuden Schornsteine.

Kathrin H. wollte gern wählen, doch sie durfte nicht. Die 34-jährige ist gebürtige Stollbergerin, hat einige Jahre in einer anderen Region gelebt und ist jetzt zurückgekehrt in ihre Heimatstadt. Es sei etwas schade, sagt sie: es werde überall aufgerufen, wählen zu gehen und dann geht es nicht. Der Hinderungsgrund: die Gesetzeslage. Wählen darf nur derjenige, der mindestens seit 35 Tagen am Ort gemeldet ist und diese Voraussetzung war in diesem Fall noch nicht erfüllt.

Die Zahlen zur Wahl

Gegen 19.30 Uhr waren alle Wahlzettel ausgezählt. Es steht fest: Der alte und neue Oberbürgermeister von Stollberg heißt Marcel Schmidt.

Er erhielt 2621 Stimmen (64,8 Prozent). Raphael Jenatschke bekam 1423 Stimmen (35,2 Prozent). Das teilte die Stollberger Hauptamtsleiterin und Wahlleiterin Kersti Kegebein mit.

Von insgesamt 9.507 wahlberechtigten Stollbergern hatten 4.044 ihre Stimme abgegeben. Die Wahlbeteiligung lag damit bei 43,1 Prozent. 53 der abgegebenen Stimmen waren ungültig.

Die Ausgangslage

Die Stollberger haben am heutigen Sonntag (5. November) den Oberbürgermeister für die kommenden sieben Jahre zu wählen. Für das Amt kandidierten das amtierende Stadtoberhaupt Marcel Schmidt (Freie Wähler) und Raphael Jenatschke (CDU).

Das Interesse an Stadtpolitik war im Vorfeld groß. Ein Duell im alten Schlachthof in Stollberg Ende Oktober verfolgten immerhin mehr als 200 Besucher.

Der Amtsinhaber: Marcel Schmidt ist gebürtiger Chemnitzer. Er ist 44 Jahre alt und lebt mit seiner Familie in Stollberg. Er hat fünf Kinder und ein Enkelkind. Von Beruf ist er Rechtsanwalt. Großes Hobby ist das Campen. Zudem lernt er Gitarre-Spielen.

Der Herausforderer: Raphael Jenatschke ist gebürtiger Stollberger. Er ist 30 Jahre alt und lebt mit seiner Familie in Stollberg. Er hat zwei Kinder. Von Beruf ist er Betriebswirt und arbeitet als Controller. Ehrenamtlich engagiert er sich in der christlichen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.