Masken aus Zschopau: Mit Humor durch den Alltag

Masken Schneiderin Annette Weber sorgt für Hilfe und bunte Farbtupfer

Zschopau. 

Zschopau. Wenn die Hose mal ein Loch hat oder das gekaufte Hemd sich letztlich doch als etwas zu groß erweist, dann ist Annette Weber gefragt. Besser gesagt, war das so. Denn die Schneiderin aus Zschopau hat den Fokus ihrer Tätigkeit vorübergehend neu ausgerichtet. War sie sonst auf Änderungsarbeiten und Maßanfertigungen spezialisiert, so dreht sich bei der 52-Jährigen seit Wochen alles um den Mund-und-Nasen-Schutz. Mehr als 300 Exemplare hat sie schon gefertigt. Doch das Besondere daran ist nicht die Zahl der Produkte, sondern deren Art. Zwar gehören auch simple Muster dazu, doch weisen die meisten Masken lustige Motive auf. Frösche und Nilpferde gehören ebenso dazu wie alle Arten von Kinderspielzeug.

Spende als Anstoß

"Jeder soll das tragen, was ihm gefällt, damit er sich auch mit Maske wohlfühlt", sagt Annette Weber. Dabei hatte sie vor zwei Monaten noch gar nicht an die Fertigung solcher Produkte gedacht. Als es aufgrund der Corona-Krise zum großen Lockdown kam, dachte die Zschopauerin, in ihrem "Nähstübchen" würde nun erst einmal traurige Ruhe herrschen. Aber es kam anders. Die Zahl "normaler" Aufträge hielt sich zwar in Grenzen. Allerdings veranlasste ein Aufruf der Marienberger Diakonie und der Krankenhäuser Annette Weber dazu, sich mit dem Atemschutz zu befassen. 20 Masken hat sie gespendet, danach war aber längst nicht Schluss. Dabei experimentierte sie zunächst viel. Doch ob feste Bänder oder Gummi besser zur Befestigung der Masken geeignet sind, das entscheidet nach wie vor jeder Kunde für sich selbst. "Es hält sich etwa die Waage", so die Schneiderin.

Stoffmasken helfen der Umwelt

Auch was das Motiv angeht, haben Leute bei der Zschopauerin die Qual der Wahl. Über 30 Alternativen kommen infrage. Egal, was Annette Weber letztlich auch mit ihrer Nähmaschine behandelt: Wichtig ist ihr, dass immer mehr Stoffmasken verwendet werden. "Das Gute daran ist, dass sie wiederverwendbar sind. Einwegmasken landen dagegen auf dem Müll", sagt die Zschopauerin. Ihre Produkte helfen aber nicht nur der Umwelt, sondern auch den Menschen. "Durch einfallsreiche Masken kann man auch etwas Humor in diese schwierige Zeit bringen", lautet ihre Devise. Wenn ein echter Hingucker andere Leute zum Schmunzeln bringt, dann hat Annette Weber ihr Ziel erreicht. Gleichwohl hofft sie, dass sie bald wieder zu ihrer gewohnten Arbeit zurückkehren kann. Dann nämlich, wenn die Corona-Krise vorbei ist.