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Massenerkrankungen: Ein Blick in die Geschichte des Erzgebirge

Seuchen Pandemien gestern und heute im Erzgebirge

Lauterbach. 

Lauterbach. Corona, Covid-19, Sars, Mutanten - das sind nur einige der Begriffe, die vielen Menschen bis vor einem reichlichen Jahr kaum bekannt waren, nun aber allgegenwärtig daran erinnern, dass wir in Zeiten einer Pandemie leben.

Ein Blick in die Geschichte

Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass es Massenerkrankungen schon immer gab. So brach die Spanische Grippe beispielsweise im Frühjahr 1918 aus und forderte Millionen Opfer. Asiatische Grippe, Pocken, Masern, Cholera - die Liste der Epidemien ist lang. Nicht zu vergessen, die Pest. Sie wütete im Erzgebirge laut Chronik-Einträgen im Jahre 1520 und 1552. 1564 bis 1566 trat sie drei Jahre lang in ganz Sachsen auf. 1598 wurde sie in Zöblitz festgestellt und breitete sich 1599 im ganzen Erzgebirge aus.

1708 war der heutige Marienberger Ortsteil Lauterbach schwer betroffen. Im selben Jahr wütete sie außerdem im benachbarten Böhmen. Damals ordnete die Landesregierung die Sperrung der Grenzen nach Böhmen an. Das wurde aber nicht ernst genug genommen. Die Landesmiliz agierte nur nachlässig und auch die Schmuggler waren damals eifrig bei der Sache. Die Pest wurde also eingeschleppt, verschleppt und verbreitete sich rasant weiter. Zwangsläufig klopfte Gevatter Tod an viele Türen. Die drei Orte Zöblitz, Pobershau und Rittersberg wurden abgeriegelt, die Bevölkerung ihrem Schicksal überlassen. Noch ehe die Landesregierung neue Anweisungen erlassen konnte, war das Elend aufs Höchste gestiegen. Überall Pestkranke. Ein Arzt konnte nicht gewonnen werden. Die Totengräber von Lauterbach und Zöblitz mussten mit Androhung von Festungshaft dazu gezwungen werden, die Toten zu begraben. Ein Dr. Lehmann ließ sich schließlich in Pobershau mit einsperren. Sein mutiges Wirken half, die Seuche einzudämmen.