Mechanische Wunder aus Seiffen: Wie diese Manufaktur das Erzgebirge zum Leben erweckt

70 Motive und ein neues Großprojekt: Enkelin Jenny Mattheß führt das Erbe von Klaus Kolbe mit Leidenschaft in die Zukunft.

Seiffen

Wer den Ausstellungsraum der Manufaktur Klaus Kolbe GmbH in Seiffen betritt findet sich wieder in einer funkelnden Vielfalt von einzigartigen Schwibbögen. In ihren zauberhaften Motiven, die bis ins kleinste Detail in Handarbeit entstehen verschmelzen Tradition und tiefgehendes Wissen um Elektrik und Mechanik zu faszinierenden Kunstwerken. An die 70 Motive sind es heute, die seit Gründung des Unternehmens entstanden sind. Das letzte große Wunderwerk ist der mechanische Bogen zur Bergstadt Freiberg.

 

Ein Seiffner Himmel als Startschuss

Ein Blick zurück. Begonnen hatte alles am 1. Juli 1990. Der gelernte Tischler und spätere Betriebsleiter, Klaus Kolbe eröffnete eine Manufaktur und machte sich mit seiner Frau Christa ans Werk. "Gemeinsam produzierten sie ihren ersten Bogen - ein Seiffner Bild mit hinterlegtem Himmel. Der Bedarf war sofort da, was meinen Großvater motivierte, weitere richtig komplizierte Ideen zu entwickeln. Ich war damals noch ein kleines Mädchen", erinnert sich seine Enkelin und heutige Chefin Jenny Mattheß.

 

Hand in Hand: Drei Generationen unter einem Dach

Jenny Mattheß selbst wuchs samt ihren Eltern mit in das Unternehmen hinein. Vater Dietmar wurde von seinem Schwiegervater in die Geheimnisse der unnachahmlichen Mechanik eingeweiht und tüftelt seither, den weihnachtlichen Zauber des Erzgebirges ins richtige Licht zu setzen und lebendig werden zu lassen. Mutter Kerstins geschickte Hände sorgen für die farbliche Gestaltung der Figuren und zahlreicher winziger Details. Für die Programmierung der Maschinen ist Bruder Robin zuständig. Mit weiteren elf Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bilden sie die 15-köpfige Belegschaft. "Ich bin stolz auf unser Team. Wir arbeiten Hand in Hand und können uns aufeinander verlassen", so Frau Mattheß weiter. Gerne würde sie als gelernte Holzspielzeugmacherin selbst mehr mit Hand anlegen. Doch die zu bewältigende Bürokratie hindert sie als Chefin leider daran.

 

Dankbarkeit als Motor für die Zukunft

Die heute 41-Jährige übernahm den Betrieb von ihrem Großvater, der 2015 verstarb. "Ich habe es zu keiner Zeit bereut. Es ist ein dankbarer Job. Die Freude in den Augen unserer Kunden zu sehen, wenn sie ihre Ware abholen ist immer wieder ein erfüllendes Erlebnis" strahlt sie.

 

Hoffnung auf die vierte Generation

Ihr Kopf ist weiterhin voller Ideen für Künftiges. Demnächst plant sie mit einem Motiv der sehenswerten Stadt Erfurt etwas ganz Neues. Die Entwicklungen dazu werden einige Zeit in Anspruch nehmen. "Uns ist es wichtig, dass wir alle Spaß an der Arbeit haben und unser Familienbetrieb weiterhin erfolgreich fortgeführt werden kann. Vielleicht haben unsere Tochter und die Kinder meiner Geschwister auch mal Interesse, mit einzusteigen. Talent dazu ist heute schon zu erkennen", lacht die Chefin. Was sie ebenfalls beibehalten möchte ist die Pflege der Partnerschaft mit dem Anzeigenblatt BLICK.de. "Wir sind anzeigentechnisch und redaktionell zu einem eingespielten Team geworden. Unsere Zusammenarbeit hat sich seit vielen Jahren schon bewährt."

 

Habt ihr eine Meinung zu diesem Artikel oder einen Fehler entdeckt? Dann weist uns gern darauf hin.