Medaille verweist auf eine alte Tradition

Stadtjubiläum Zschopauer Numismatiker widmen Stadtfest-Medaille einem uralten Gebetsspruch von Händlern

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Mit dem sogenannten Klippwerk prägen Carsten Beier und seine Vereinskollegen die Zschopauer Stadtfest-Medaillen. Foto: Andreas Bauer

Zschopau. Nicht nur die Fans des angekündigten Kulturprogramms können sich auf das anstehende Zschopauer Stadtfest freuen. Auch für Münzsammler hat das 725. Jubiläum, das vom 18. bis 27. August gefeiert wird, eine Besonderheit zu bieten. Schließlich widmet die Numismatische Gesellschaft Zschopau diesem Ereignis eine Medaille, mit der auf die Historie der Stadt eingegangen wird.

Während auf der einen Seite das Stadtwappen und das Jubiläumsjahr verewigt werden, ist auf der anderen ein ganz besonderer Spruch zu lesen. "Zschap mei Geeß" lauten die Worte, die eigentlich auf einem steinernen Kruzifix an der Zschopautalbrücke standen. Auch das Kruzifix sowie ein Weg in die Berge sind auf der Medaille zu sehen.

"Symbolhaft stellt das den Böhmischen Steig dar", erklärt Carsten Beier von der Numismatischen Gesellschaft: "Auf dieser alten Handelsstraße von Halle nach Böhmen hielten die Händler für ein Dank- oder Bittgebet, weil sie den gefährlichen Weg durchs unwegsame Gebirge gerade hinter oder noch vor sich hatten."

Limitierte Silbermedaille für 30 Euro, Zinnmedaillen kosten nur 5 Euro

Die Worte "Zschap mei Geeß", die im Gebet eine wichtige Rolle spielten, hatten sich die Numismatiker laut Beier schon länger für eine Medaille vorgenommen. Anlässlich des diesjährigen Stadtjubiläums wurden nun die für die Prägung nötigen Stempelkissen entworfen und nach einigen Veränderungen auch gefertigt.

Diese Kissen werden in der Münzwerkstatt im Schloss Wildeck am sogenannten Klippwerk befestigt, um dann durch einen gekonnten Schlag mit einem Vorschlaghammer die Prägung zu vollziehen. Die ersten Exemplare der in limitierter Auflage erscheinenden Silbermedaillen sind auf diese Weise schon entstanden. Um die 30 Euro sollen sie kosten. Dagegen werden die billigeren Zinnmedaillen (5 Euro) erst während des Stadtfestes geprägt.