Michael Hungers "Pflegekind" wird wieder fliegen können

Rettung Wildtierliebhaber freut die Empathie der Bevölkerung

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Tierarzt Dr. Stanley Geisler legt dem Tier einen elastischen Verband an. Der Befund prognostiziert, dass der Flügel heilen wird. Foto: Th. Fritzsch

Geyersdorf. "Blick" berichtete in der letzten Wochenendausgabe über Michael Hunger aus Geyersdorf, der seit geraumer Zeit einen verletzten flugunfähigen Graureiher bei sich daheim gesund pflegt. Der 50-Jährige steht seither mit unterschiedlichen Leuten telefonisch und persönlich in Kontakt, um sich Pflegekompetenz anzueignen.

Zunächst führte ihn sein Weg jedoch in die Tierarztpraxis von Dr. Stanley Geisler im Ortsteil Buchholz, der den verletzten Flügel des Wildvogels unentgeltlich versorgte. Der 50-Jährige erlebt seither seitens der Bevölkerung des Ortes viel Empathie gegenüber "Pinguin", von denen sich manch einer täglich nach dem Zustand der Besserung erkundigt. Doch er erlebte auch das Gegenteil, nämlich Anfeindung. "Ein einzelner Einwohner von Annaberg-Buchholz äußerte sich mir gegenüber beschämend unsachlich. Bis zu diesem Tag hielt ich große Stücke auf die Person, aber manchmal täuscht man sich leider auch", sagte der Geyersdorfer.

Nach aktueller Auskunft der Wildvogel-Auffangstation Dresden werden auf Grund von Überbelegung zurzeit keinerlei Neuzugänge aufgenommen. Damit wird das "Pflegekind" Michael Hungers bis auf Weiteres in Geyersdorf bleiben. Michael Hunger ist angerührt von der großen Hilfsbereitschaft unter der Bevölkerung. Und Pinguin, der auf dem Weg der Genesung ist und bei dem täglich jede Menge frischer Fisch auf dem Speiseplan steht, wird sicher bald wieder fliegen können.