Ministerpräsident sorgt für Holzkohle

Tradition An der Köhlerhütte Fürstenbrunn hat es acht Tage lang geraucht

Ministerpräsident Stanislaw Tillich hat in diesem Jahr den Meiler an der Köhlerhütte entzündet. Foto: Katja Lippmann-Wagner

Grünhain-Beierfeld OT Waschleithe. 800 Kilogramm Holzkohle hat Hobbyköhler und Hotelier Heiko Schmidt in diesem Jahr gemeinsam mit ehrenamtlichen Helfern und den Mitgliedern des Erzgebirgischen und Europäischen Köhlervereins geerntet.

Schon zum zehnten Mal schwelte an der Köhlerhütte Fürstenbrunn eine Woche lang ein Meiler. "Die Holzkohle ist in diesem Jahr besonders gut", sagt Schmidt: "Ich höre das am Klang. Das gibt so einen gläsernen Ton und der spricht für Qualität."

Entfacht hatte den Meiler acht Tage vor dem Aufbruch der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich. Drei Anläufe hatte er dafür benötigt, denn das Entzünden wurde durch die Nässe zu einer echten Herausforderung. Tillich aber nahm das Ganze mit Humor.

Ministerpräsident gibt private Einblicke

"Für uns ist es eine große Ehre, dass der Ministerpräsident diesen Termin wahrgenommen hat", so Heiko Schmidt. Etwas Enttäuschung allerdings machte sich unter den Köhlern breit, als Tillich einräumte, dass er zuhause von Holzkohle auf Gas umgestiegen sei.

Zudem verriet er den Gästen, dass er einen sehr kreativen Fleischer hat, der zig Bratwurstvarianten anbietet und dessen Künste er sehr gern ausprobiert. Aber auch Steaks und Fisch kommen auf des Ministerpräsidenten Grill.

Wie wird Holzkohle produziert?

Doch zurück zur Holzkohle aus Waschleithe. Köhler Schmidt, der längst dem europäischen Köhlerverein beigetreten ist, erklärt, warum die Holzkohle in diesem Jahr so gut ist: "Sonst schwellt der Meiler bei uns von Sonntag zu Sonntag, diesmal hatten wir den glücklichen Umstand des Feiertages und konnten ihn einen Tag länger stehen lassen, das macht sich deutlich bemerkbar."

Die Produktion der Holzkohle ist sehr aufwändig. Zuerst muss der Meiler aufgebaut werden, dazu müssen die Köhler Holzscheite aneinander stapeln, dann muss der Meiler mehrere Tage schwelen. Aus Sicherheitsgründen darf er dabei nicht aus den Augen gelassen werden. Selbst eine Nachtwache ist notwendig.