Mit Erfahrung aus Tansania nach Aue: Neuer Chefarzt für Kinder- und Jugendmedizin

Andreas Gerhardt hat zum 1. Mai die Leitung der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin übernommen. Der erfahrene Neonatologe will in Aue unter anderem Kindersonographie und Psychosomatik stärken.

Aue-Bad Schlema

Das Helios Klinikum Aue hat einen neuen Chefarzt in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin. Dr. med. Andreas Gerhardt, ein erfahrener Kinderarzt und Neonatologe, hat seit 1. Mai die Nachfolge von Dr. med. Jochen Meister angetreten, der in den Ruhestand verabschiedet wurde.

Erfahrung aus Klinik und Neonatologie

Zuletzt tätig war Andreas Gerhardt als Oberarzt der Neonatologie und stellvertretender Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Harzklinikum Dorothea Christiane Erxleben.

Der heute 48-jährige ist in Jena geboren, hat dort seine schulische Ausbildung genossen, hat an der Friedrich-Schiller-Universität Jena sein Medizin-Studium absolviert und seine ärztliche Laufbahn an der Universitätskinderklinik Jena mit den Schwerpunkt Neonatologie und Intensivmedizin begonnen.

Auslandseinsatz in Tansania prägt den Blick

Dann gab es, weil es schon ein langer Wunsch seinerseits war, einen Auslandseinsatz. Mit seiner Frau und drei Kindern war er von 2011 bis 2013 im ostafrikanischen Tansania und arbeitete als Arz am CMML Hospital in Mbesa.

„Das hat noch einmal einen ganz anderer Blickwinkel auf Medizin, Niveau, Möglichkeiten und Ressourcen gebracht und hat gezeigt, was Menschen schaffen können, ohne große Intensivmedizin. Dort habe ich Medizin erlebt, die wirklich ressourcenarm war“, erzählt Gerhardt.

Menschlichkeit unter einfachen Bedingungen

In diesen einfachen Verhältnissen habe man viel Menschlichkeit, Miteinander und Herzlichkeit erlebt. „Beim Zurückkommen nach Deutschland war das ein großer Kulturschock“, gesteht Gerhardt, der klar sagt: „In Deutschland sind wir zwar ressourcenreich, aber in Beziehung der Herzen und Familien sehr arm.“

Diese Schwerpunkte setzt Gerhardt in Aue

In Aue möchte Gerhardt die Kinder- und Jugendmedizin weiterentwickeln – dazu zählt beispielsweise der Ausbau der Kindersonographie.

Zudem liegt der Fokus auf der Psychosomatik. Das sei ein Bereich, den man nicht unterschätzen dürfe, denn die psychischen Belastungen nehmen auch bei Kindern und Jugendlichen zu. Der Bedarf sei seit Corona extrem steigend in den Familien. Der Ansatz: nicht nur die jungen Patienten behandeln, sondern die Familie mit einbeziehen.

Neues Team und starke Neonatologie

In Aue fühlt sich der gebürtige Thüringern gut aufgenommen und verstärkt ein gut eingespieltes und motiviertes Team: „In der Neonatologie ist es die „goldene Stunde“, die man nutzen muss und da braucht man Expertise. Da sind wir gut aufgestellt.“

Klinikleitung hebt Bedeutung hervor

Mit Andreas Gerhardt habe man einen Kollegen gewonnen, der die Neonatologie weiter stärkt, sagt PD Dr. med. Jan Wallenborn, der Ärztliche Direktor: „Das ist für das Perinatalzentrum Level II, wo wir das einzige im Erzgebirge sind, ganz wichtig.“

Auch Johannes Biesold, Geschäftsführer des Helios Klinikums Aue betont die hohe Experte von Andreas Gerhardt im Bereich der Kinderheilkunde und explizit auch in der Neonatologie.

Kinderfest im September geplant

Spannende Einblicke, ab er auch Spiel und Spaß bietet das Kinderfest in der Kinderklinik, das für den 5. September von 9.30 bis 14 Uhr im Kalender steht.

Besucherinnen und Besucher erwartet an diesem Tag auf dem Gelände rund um den Therapiegarten, die Funktionsdiagnostik und die Kinderklinik ein abwechslungsreiches Programm mit verschiedenen Mitmachaktionen, Vorführungen und Informationen. Der Eintritt ist frei.

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