Mit Volkswagen fing nach 1989 alles an

Fussball Helge Leonhardt über 30 Jahre Mauerfall und seine Erfolgsstory

Aue. 

Aue. Wie war das doch damals als die Mauer fiel? "Ich habe es im Fernsehen gesehen und konnte es nicht fassen. Das war doch wirklich unglaublich", erinnert sich der Präsident des FC Erzgebirge Aue an den 9. November 1989: "Das war schon ein Hammer." Er sei zu dieser Zeit Sportoffizier an der Sportschule in Gera gewesen. Zudem war er Spielertrainer einer Zweit- und Drittligamannschaft von Dynamo Gera.

"Natürlich haben wir uns gefreut. Das war schon ein Gefühl von Freiheit, aber auch ein Gefühl der totalen Ungewissheit", sagt Leonhardt, der Gorbatschow als den Wegbereiter sieht. "Es war eine Frage der Zeit. Der Tag selbst war aber eine Überraschung", meint der Veilchenboss.

Helge Leonhardts Zwillingsbruder Uwe war zur gleichen Zeit der Manager von Wismut Gera. "Wir waren also sportliche Konkurrenten", verrät er. Der Weg in die Selbstständigkeit sei, wenn man so will, eine sofortige Idee gewesen. "Ich habe immer Menschen geführt", sagt Leonhardt und ergänzt: "Wir haben die Chance ergriffen." Los ging es mit dem Autogeschäft. Mit Volkswagen starteten die Zwillingsbrüder durch und das im Erzgebirge. "Wir sind gebürtige Schneeberger und kamen aus Thüringen zurück", sagt der FCE-Präsident: "Die ganze Familie kommt aus dem Erzgebirge. Wir waren immer Kinder der Wismut."

Mit Anfang 30 hatten die Unternehmer das perfekte Alter, durch den Sport wichtige Kontakte und durch ein Studium das notwendige Wissen. Nach und nach bauten sich die Leonhardt ihre Netzwerke auf. Damit nicht genug: Lutz Lindemann lotste die beiden zum FC Erzgebirge Aue. Also baute man nicht nur die große Firmengruppe, sondern auch den Verein des heutigen Fußball-Zweitligisten auf. "Das war schon sehr waghalsig - auch vom Risiko her." Genau dieses haben Uwe und Helge Leonhardt nie gescheut.