Monatelang geheim: Schüler aus Schneeberg tüfteln an besonderem Geschenk

Im Makerspace des Herder-Gymnasiums ist ein aufwendiges Modell des Schulgebäudes entstanden. Bis zur Abi-Feier blieb es fast komplett verborgen.

Schneeberg

Wer in diesen Tagen den Makerspace des Johann-Gottfried-Herder-Gymnasiums in Schneeberg betritt, blickt direkt auf das eigene Schulhaus, nur eben hundertmal kleiner. Aus weißem PLA-Kunststoff sind Türmchen, Dachgauben und Fensterreihen entstanden, originalgetreu bis ins kleinste Detail.

Eine Idee, die Wurzeln schlug

Entstanden ist das Modell in monatelanger Arbeit, und bis zur großen Übergabe sollte es eigentlich niemand außer den beteiligten Schülern zu Gesicht bekommen.

Im September 2025, kaum dass das neue Schuljahr begonnen hatte, kam Terence Günther die Idee: Warum nicht das eigene Schulgebäude nachbauen? Gemeinsam mit sieben weiteren Mitgliedern der AG 3D-Druck wurde der Gedanke rasch zum festen Plan.

Eigene Messungen statt alter Baupläne

Die ersten Vermessungen folgten umgehend, über den Winter wuchs daraus ein vollständiges Konzept im Maßstab 1:100.

Unterstützung kam auch von außen: Ein Mitschüler lieferte hochauflösende Drohnenaufnahmen, ohne die sich vor allem die verschachtelte Dachlandschaft kaum hätte rekonstruieren lassen. Vorhandene Baupläne aus dem Bauamt erwiesen sich dagegen als wenig brauchbar, zu winzig die eingetragenen Maße, zu unpassend die Draufsicht für ein Modell, das vor allem die Fassade zeigen sollte. Also verließen sich die Schüler lieber auf eigene Messungen und genaue Bildanalysen.

Zehn Stunden für ein einziges Bauteil

Ab dem Frühjahr lief der 3D-Drucker im Makerspace fast im Dauerbetrieb. Rund 70 Einzelteile mussten entstehen, etwa 30 bis 40 davon große Wandstücke mit jeweils gut zehn Stunden Druckzeit. Wer das durchrechnet, ahnt schnell, wie knapp die Zeit wurde.

Nach dem Abitur verbrachte Terence Günther beinahe zwei Monate fast täglich im Makerspace, um den Drucker neu zu bestücken und das Modell Stück für Stück zusammenzusetzen.

Enger Zeitplan für das Schulprojekt

Gedruckt wurde mit PLA, einem Kunststoff auf Maisstärkebasis und damit vergleichsweise klimafreundlich, ergänzt durch feine Laserschnitte für Details. Über 90 Prozent der Drucke mussten gelingen, sonst wäre der enge Zeitplan nicht zu halten gewesen.

Makerspace als Grundlage für das Projekt

Ohne den schulinternen Makerspace, sagt Terence Günther, hätte das Projekt niemals entstehen können. Erst vor einem Jahr eröffnet, nach rund einjährigem Umbau eines Dachgeschosses, das zuvor nur als Lager für alte Geschichtsbücher diente, bietet er heute Raum für genau solche Vorhaben.

Mehrere Lehrkräfte betreuen ihn und binden ihn längst auch in den Profilunterricht ein. Die AG 3D-Druck selbst gibt es schon seit zwei Jahren, mit wachsendem Können und wachsendem Ehrgeiz ihrer Mitglieder.

Die Überraschung wartet: Enthüllung bei der Abi-Feier

Am Freitag wird das fertige Modell beim inoffiziellen Teil der Abi-Feier enthüllt, jenem Abiturjahrgang 2026, der das Projekt finanziell überhaupt erst ermöglicht hat.

Die Lehrerschaft weiß bislang nur, dass es ein Geschenk gibt, nicht aber, wie es aussieht oder welche Form es angenommen hat.

Mehr als nur ein Abschiedsgruß

Nicht alle acht Konstrukteure verlassen die Schule in diesem Sommer, einige sind jünger und führen die AG 3D-Druck auch danach weiter.

Für sie alle ist das Modell mehr als ein Abschiedsgruß: ein Beweis, dass an ihrer Schule weit mehr entsteht als reiner Unterricht.

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