Müllablage im Poppenwald erhitzt die Gemüter

Abfall Eigentümer hält Außenlagerung für unproblematisch

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Am Standort der alten Turbokompressorenzentrale in Bad Schlema lagern Unmengen an Polystyrol. Foto: Georg Dostmann

Bad Schlema. Als Axel Schlenkrich Anfang Mai zusammen mit seiner Frau im Poppenwald nachschauen wollte, ob es neue Entdeckungen über die Geheimnisse des malerischen Ortes gibt, stieß er auf ein schockierendes Bild.

Gefährdet der Abfall die Waldtiere?

"Auf dem Stollenweg kam ich an der ehemaligen Turbokompressorenzentrale der Wismut vorbei", erzählt der 60-Jährige. Dabei handelt es sich um eine alte Ziegelhalle. "Nicht die baufällige Halle selbst, sondern ein großer Haufen des Schaumstoffs Polystrol davor erhitzten mein Gemüt", sagt der Schwarzenberger.

Er ist der Meinung, dass das Material schon länger dort liegt, da das Gelände verlassen und der Kunststoff teilweise zerkrümelt ist. "Die Waldtiere könnten die Krümel fressen, das könnte gesundheitsgefährdend sein", sorgt sich Axel Schlenkrich.

Das Gelände ist im Besitz der Firma WBW GmbH in Wildbach, die Polystyrolhartschäume verarbeitet. Diese lagert das Material außerhalb der Halle, da der Platz im Gebäude nicht reicht. "Viele Kubikmeter des Kunststoffs wurden bereits entsorgt, Stück für Stück wird das Areal geräumt", erklärt der ehemalige Geschäftsführer Werner Becher. Seinen Angaben zufolge besteht keine Gesundheitsgefahr.

Alte Halle wird zur illegalen Müllhalde

In das Gelände wurde trotz Sicherheitsmaßnahmen bereits mehrfach eingebrochen und weiterer Müll abgelagert. Die Täter konnten bislang nicht ermittelt werden.

Inzwischen beschäftigt sich auch das Landratsamt des Erzgebirgskreises mit den Abfällen im Poppenwald. "Es laufen Ermittlungen wegen der Beseitigung von Abfällen außerhalb zugelassener Anlagen", erklärt Pressesprecher Stefan Pechfelder. Es handelt sich dabei um einen möglichen Verstoß gegen das Kreislaufwirtschaftsgesetz.

Eine akute Umweltgefährdung ist nicht zu befürchten. Die Gemeinde Bad Schlema möchte wegen den laufenden Ermittlungen keine Stellungnahme dazu abgeben. Vor wenigen Wochen wurden in Bad Schlema bereits weitere Abfälle im Grünen gefunden. Eine Spaziergängerin hatte in der Langenbacher Straße eine illegale Mülldeponie entdeckt.