Nach 70 Jahren wieder in der Heimat

Nostalgie Sohn des DKW-Rennfahrers Ewald Kluge besucht sein Geburtshaus

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Der Sohn des legendären DKW-Rennfahrers Ewald Kluge, Peter Kluge, kehrt nach 70 Jahren an sein Geburtshaus zurück. Foto: Thomas Fritzsch

Chemnitz. Freude stand dem 70-jährigen Initiator Lutz Langer ins Gesicht geschrieben, als am vergangenen Dienstag der Nachkomme eines Sohnes des einstigen Rennfahrerdorfes Adelsberg an seinen Geburtsort nach 70 Jahren zurückkehrte.

Eingenommene Mieten waren zu gering

Die Rede ist vom Sohn des legendären DKW-Rennfahrers Ewald Kluge, Peter, der bis zu seinem fünften Lebensjahr in im damaligen Vorort von Chemnitz zu Hause war. Die Familie ließ sich nach der Heimkehr aus der russischen Kriegsgefangenschaft des Rennfahrers im Jahr 1949 im westdeutschen Ingolstadt nieder, besaß aber noch zwei Jahrzehnte das Wohnhaus im Osten.

Peter Kluge erinnert sich: "Hier liegen meine Wurzeln. Und auch das Umfeld ist mir noch genau in Erinnerung. Ich kann mich an vieles wieder erinnern. Der Anblick meines Geburtshauses war schon bedrückend angesichts des schlechten baulichen Zustands", so Peter Kluge. Der Versuch der Familie Kluge, ihr Wohnhaus auch nach dem Umzug nach Westdeutschland zu halten, war damals gescheitert. "Die eingenommenen Mieten waren zu gering, wenige Hundert Ostmark. Mein Vater konnte aufgrund seiner sportlichen Sache gelegentlich in den Osten rüber.

Dreijährige russische Kriegsgefangenschaft

Wir hatten das Haus vermietet, doch es war uns nicht möglich, Reparaturen durchzuführen. 20 Jahre nach dem Umzug nach Westdeutschland haben wir es daher verkauft, damit es zumindest erhalten bleibt", erinnert sich der 74-jährige Peter Kluge, der seinen Vater erst kennenlernte, als der aus der dreijährigen russischen Kriegsgefangenschaft heimkehrte. "Die ganze Geschichte kenne ich nur in groben Zügen. Ich weiß, dass ihn ein Kollege denunziert hatte und mein Vater dadurch in Kriegsgefangenschaft geriet.

Als er endlich heimkehrte, war er gesundheitlich stark angeschlagen. Später war mein Vater viel unterwegs, am Wochenende war er als Rennfahrer ohnehin nie da. In der Woche war er lediglich bis zu zweimal zu Hause. Daher war der Kontakt zum Vater schon weniger eng", blickt Peter Kluge in die Jahre seine Kindheit zurück.