Nach Bergmette fängt Weihnachten an

Serie Weihnachten bei Carmen Krüger in Ehrenfriedersdorf

Es ist doch immer wieder spannend zu erfahren, wie Familien im Erzgebirge ihre Weihnachtszeit genießen. Carmen Krüger ist ein erzgebirgisches Urgestein und für die 46-Jährige gibt es zu Weihnachten nur eines: Tradition und Brauchtum. Die stellvertretende Bürgermeisterin von Ehrenfriedersdorf leitet eine Erzgebirgs- und eine Kinder-Mundartgruppe. Die Adventszeit ist für Carmen Krüger wegen der zahlreichen Auftritte der ganz normale Wahnsinn. Lachend erzählt sie: "Ich stelle meine Manneln schon am Montag nach Totensonntag auf, und sie bleiben bis zu Lichtmess stehen. Meine Kinder Liesel und Felix bekommen jedes Jahr eine weihnachtliche Figur oder eine Pyramide geschenkt. Wenn sie doch mal wegziehen, dann muss die Haamit mit. Ich bin froh, das die beiden unsere Tradition erhalten wollen und nicht sagen, Manneln das ist Quatsch und Gemütlichkeit wollen wir nicht." Gemütlichkeit zieht bei Familie Krüger erst so richtig zu Heiligabend ein. Allerdings gönnt sich Carmen jeden Morgen ein Lichterfest mit Weihnachtsmusik und dem Duft der Räucherkerzen. Heiligabend ist sie ab früh um sechs Uhr mit ihrer Erzgebirgsgruppe zur Bergmette auf dem Sauberg unterwegs. "Wenn die Bergmette vorüber ist, dann fängt für mich Weihnachten an. Und das wird ganz in Familie gefeiert. Punkt 18 Uhr stehen Bratwurst, Sauer- und Rotkraut, Ente und selbst gemachte Klöße auf dem Tisch. Später sitzt Liesel am Klavier und Felix spielt auf der Gitarre. Gesungen wird natürlich auch. Dann gibt's die Bescherung." Am 1. Weihnachtsfeiertag trifft sich die gesamte Familie, ganze 30 Mann hoch, bei den Eltern, und das morgens um 7 Uhr. Am 2. Feiertag ist das Temperamentbündel mit ihrer Truppe schon wieder zur Nachmette unterwegs. Für Carmen Krüger steht eben fest: "Traditionen bewahren, das muss sein."