Nach Leichenfund im Erzgebirge: Nun gibt es Gewissheit

Lebensgefährte äußert sich nach Leichenfund

Thum/ OT Herold

In der Nacht zu Sonntag wurde in Thum eine bisher nicht identifizierte Leiche in einem Jägerstand gefunden. Die Polizei konnte bislang weder Alter noch Geschlecht der verstorbenen Person bestätigen. Die Rechtsmedizin soll nun Klarheit bringen. Die Untersuchungsergebnisse stehen aber weiter aus (Stand 9. Oktober). Nun (13. Oktober) liegt das Ergebnis vor - Update ist im Beitrag unten zu finden.

Schon kurz nach Bekanntwerden des Fundes machten erste Spekulationen in der Bevölkerung die Runde: Handelt es sich um die seit dem 4. Februar vermisste Stephanie M.? Der Jägerstand liegt nur wenige hundert Meter vom Elternhaus der jungen Frau entfernt - ein Detail, das die Sorgen der Angehörigen und Nachbarn zusätzlich verstärkt.

Der Schock des Lebensgefährten

Auch René M., der Lebensgefährte von Stephanie, eilte nach Bekanntwerden der Nachricht zum Fundort. Mit zitternder Stimme schilderte er unserem Reporter: "Wenn ich bedenke, dass die Straße nur wenige Meter entfernt ist und ich bestimmt schon 40 Mal vorbeigefahren bin, ohne zu wissen, dass der Jägerstand hier ist … Wenn ich mir vorstelle, dass sie hier saß und vielleicht erfroren ist. Ich weiß es ja nicht. Noch ist es ja nicht bestätigt - und solange es nicht bestätigt ist, gebe ich die Hoffnung nicht auf."

Seit Stephanies Verschwinden hat René unermüdlich nach ihr gesucht. "Ich war in Berlin, in Wuppertal, in Tschechien - egal, wo es neue Hinweise gab. Ich habe mit Obdachlosen gesprochen, Fotos gezeigt, gehofft, dass irgendjemand sie erkennt."

Unter Verdacht - belastete Vergangenheit

Doch nicht nur die Ungewissheit über Stephanies Schicksal belastete René M. In den vergangenen Monaten stand er selbst im Fokus der Ermittlungen. Aufgrund einer früheren Verurteilung wegen Körperverletzung mit Todesfolge geriet er unter Verdacht - und auch in der Bevölkerung machten sich Verdächtigungen breit.

"Ich weiß, was damals im Internet so abging und was es für Gerüchte gab und gibt", sagt René M. rückblickend. "Ich liebe Stephanie, egal was alles war. Das habe ich immer und das tue ich noch heute. Ich hoffe, dass sie einfach wieder vor der Tür steht und alles wieder gut wird."

Der Tag des Verschwindens

Die letzten Minuten mit Stephanie sind René noch immer präsent. Er erinnert sich: "Ich lag in der Badewanne, sie kam herein, schaute in den Spiegel, wirkte ganz komisch - und verließ das Bad wieder." In diesem Moment ging sein Handy kaputt. "Ich hatte Spiderapp, scheinbar durch den Wasserdampf ging es dann aus." Als er kurze Zeit später aus der Wanne kam, war Stephanie verschwunden.

Über den Laptop versuchte er, sie über Facebook zu erreichen. "Ich habe ihr geschrieben, dass mein Handy kaputt ist. Ich dachte, sie sei zu ihrer Oma gegangen. Als keine Antwort kam, habe ich mir eingeredet, sie brauche einfach Zeit für sich."

Dass Stephanie gelegentlich für ein bis zwei Tage verschwand, ohne sich zu melden, war für ihn nichts völlig Ungewöhnliches. Doch diesmal kehrte sie nicht zurück.

Verzweifelte Suche ohne Ergebnis

Am darauffolgenden Freitag fuhr René nach Herold, um Stephanies Mutter zu treffen. Doch auch sie wusste nichts über den Verbleib ihrer Tochter. Daraufhin gab René eine Vermisstenanzeige auf.

In den Wochen und Monaten danach beteiligten sich Polizei und freiwillige Helfer an zahlreichen Suchaktionen - stets ohne Erfolg.

Zwischen Hoffnung und Angst

Heute, Monate später, steht René erneut vor einer ungewissen Nacht. "Ich werde wieder nicht schlafen können. Wenn ich in unserer Wohnung bin, stehe ich am Fenster und starre hinaus, in der Hoffnung, sie könnte um die Ecke kommen. Ich habe wahnsinnige Angst, dass sie es ist. Aber ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass es keine Stephanie mehr gibt."

Ausblick

Die Ermittlungen der Rechtsmedizin sollen nun klären, ob es sich bei der gefundenen Leiche tatsächlich um die vermisste Stephanie M. handelt. Bis dahin bleibt den Angehörigen nur das quälende Warten - zwischen der Hoffnung auf ein Wunder und der Furcht vor einer endgültigen Gewissheit.

Tragischer Fall

Tragisch ist der Fund in jedem Fall. Sollte es sich nicht um Stephanie handeln, bedeutet das zwar für ihre Familie ein kurzes Aufatmen - doch zugleich wäre es die bittere Gewissheit, dass ein anderer Mensch sein Leben verloren hat. Ein Schicksal, das ebenso Fragen aufwirft und Angehörige zurücklässt, die nun Antworten suchen.

Update der Polizei am 30. September - Untersuchung steht weiter aus

Die Ungewissheit bleibt auch weiterhin bestehen, denn auf Nachfrage von BLICK.de bei der Polizeidirektion Chemnitz gibt es keine neuen Erkenntnisse zum Leichenfund. Die rechtsmedizinische Untersuchung hat noch nicht stattgefunden und steht wohl heute und morgen noch nicht auf dem Plan, heißt es von der Polizei.

Update am 2. Oktober - Ergebnisse liegen noch immer nicht vor

Die rechtsmedizinische Untersuchung steht weiter aus, heißt es von Seiten der Polizeidirektion Chemnitz.

Update am 3. Oktober - Noch kein Ergebnis 

Auch am Freitag teilt die Polizei erneut mit, dass noch kein Ergebnis der Untersuchung vorliegt. Die Ungewissheit bleibt also weiterhin bestehen.

Update am 6. Oktober - Immer noch kein Ergebnis

Auch nach über 1 Woche liegen keine neuen Ergebnisse vor. Die Untersuchung steht weiter aus. 

Update am 7. Oktober - Nach wie vor kein Ergebnis

Es gibt nach wie vor keine neuen Erkenntnisse.

Update am 8. Oktober - Noch immer nichts Neues

Auch auf erneute Nachfrage gibt es keine neuen Erkenntnisse. 

Update am 9. Oktober - Kein Ergebnis 

Auf Nachfrage bei der Polizeidirektion Chemnitz liegen nach wie vor keine Ergebnisse vor. 

Update am 13. Oktober - Es handelt sich um Stephanie M.

Das Ergebnis liegt nun vor: Es handelt sich um die vermisste Stephanie M. (Hier gehts zum Artikel)

Die Polizei teilt mit: Zu der in einem Jägerhochstand aufgefundenen leblosen Person ist nach einem DNA-Abgleich nun die Identität geklärt. Es handelt sich um eine seit Februar vermisste Frau. Hinweise auf eine Straftat liegen mit gegenwärtigem Stand nicht vor. Entsprechend ist die Öffentlichkeitsfahndung beendet.

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