Ist denn heute schon Silvester? Das dürfte sich der ein oder andere beim Spiel des FC Erzgebirge Aue bei 1860 München gefragt haben. Zu Beginn der zweiten Halbzeit hatte sich starker Nebel im Stadion an der Grünwalder Straße breit gemacht. Die Sichtverhältnisse wurden immer schlechter. Der Schiedsrichter unterbrach die Begegnung. Den Löwen Fans reichte der Nebel offensichtlich nicht. Sie zündeten ein Feuerwerk – Pyrotechnik in Massen, so als sei Silvester. Die Sichtverhältnisse verschlechterten sich dadurch noch mehr. Schiedsrichter Bauer wollte die Partie zu Ende bringen und so ging es 20.30 Uhr weiter. Da stand es bereits 2:1 für die Gastgeber.
Rückschau: Rasanter Start
Der erste Treffer fiel bereits in der 7. Minute. Maximilian Wolfram brachte die Löwen in Führung. Aue zeigte Reaktion. FCE-Stürmer Marcel Bär gelang nur fünf Minuten später der Ausgleich. Leider ließen sich die abstiegsbedrohten Erzgebirger nach der rasanten Anfangsphase mehr und mehr den Schneid abkaufen. Die Sechziger bestimmten die erste Halbzeit. Kurz vor dem Pausenpfiff kamen die Veilchen, die in schwarz-gold aufgelaufen waren, noch zu einer Chance. Eine Ecke ging in den Sechszehner. Bär stand wieder richtig und verlängerte. Doch der Schlussmann der Münchner, Dähne, reagierte souverän und wehrte den Ball ab. So ging es mit einem 1:1 in die Kabine.
Abwehr verliert die Übersicht
Nach der Pause war der Nebel schon deutlich stärker geworden. In der 50. Minute kam es zu einem Durcheinander vor dem Auer Kasten. Im starken Nebel verlor Kapitän und Torwart Martin Männel sprichwörtlich den „Durchblick“. Männel sprang daneben und bekam den Ball nicht zu fassen. Sigrud Haugen wurde zum Nutznießer und brachte die Hausherren ein zweites Mal in Führung. Fünf Minuten nach diesem Tor folgte die rund 15-minütige Spielunterbrechung.
Nebel bestimmt die Partie
Auch während der späteren Fortsetzung bestimmte der Nebel die Begegnung. Doch kein Team konnte die außergewöhnliche Situation für sich nutzen. Ein weiteres Feuerwerk – diesmal eins im übertragenden Sinne – zündete der FC Erzgebirge Aue in der Schlussphase auf dem Platz. Sie Gäste wollten den Ausgleich erzwingen und setzen innerhalb weniger Minuten zahlreiche Nadelstiche. Doch es gelang den gebeutelten Erzgebirgern nicht, den Ball hinter die Linie zu bringen. Die Schützlinge von Christoph Dabrowski warfen alles hinein: Leidenschaft, Kampf- und Teamgeist. Sie belohnten sich nicht.
Riesenchance für Bär
Eine Riesenchance hatte Marcel Bär in der 89. Minute. Er tauchte allein vorm Tor auf, doch der Ball fliegt weit über das Tor. Es sollte einfach nicht sein. Auch in der hektischen Nachspielzeit stemmt sich die Löwen mit Mann und Maus dagegen. Die Enttäuschung der Veilchen war einen Tag vor dem Festakt zum 80-jährigen Vereinsjubiläum wieder groß. Mit hängenden Köpfen ging es in die Kabine und zurück ins Erzgebirge. Damit steht das morgige Vereinsjubiläum unter besonderen Vorzeichen. Der stolze Traditionsclub mit der langen Zweitligageschichte taumelt ausgerechnet im Jubiläumsjahr dem Abstieg entgegen.
Habt ihr eine Meinung zu diesem Artikel oder einen Fehler entdeckt? Dann weist uns gern darauf hin.




