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Neudorf: Von den zahlreichen Schanzen kann man noch eine sehen

Skisprung "Erzhammer-Schanze " wurde vor 71 Jahren eingeweiht

Neudorf. 

Neudorf. Wer kennt schon die einstigen Skisprung-Schanzenanlagen im Erzgebirgskreis noch? Frank Häuer aus Hammerunterwiesenthal hat mit Gleichgesinnten zahlreiche auf der Internetseite www.skisprungschanzen.com erfasst. Der 69-Jährige gebürtige Neudorfer sagte: "Es gibt 47 Orte mit zusammen 102 Skisprungschanzen im Erzgebirgskreis, die eine oder mehrere Schanzen derzeit betreiben oder in der Vergangenheit betrieben." Eine, die nicht mehr existiert, ist die "Erzhammer-Schanze" in Neudorf nahe dem Bahnhof "Vierenstraße", die im Herbst 1949 errichtet wurde.

Über die Entstehung der Schanze

Mit der Gründung der SDAG WISMUT und dem Aufschwung der Bergbau-Industrie in der Region entstanden mit deren Unterstützung auch Kultur- und Sportstätten, darunter die Skisprungschanze in Neudorf. Initiatoren und Aktivisten des Neudorfer Schanzenbaus waren Herbert Sonntag, Werner Theumer, Albert Schmiedel, Werner Süß und Rudi Weber. Bei den Erdarbeiten leisteten die damaligen Fußballer der BSG Wismut Neudorf um Trainer Werner Heinzmann eine Menge ehrenamtliche Arbeitsstunden. Die Sportler und Skisprunganhänger errichteten unter Anleitung des Neudorfer Baumeisters Kurt Löser einen rund 8 Meter hohen hölzernen Anlaufturm samt Absprungtisch, der rund 2 Meter hoch war und auch ein Kampfrichterturm wurde aufgebaut. Im Januar 1950 war es geschafft, die "Erzhammer-Schanze" wurde eingeweiht.

"Der letzte Sprunglauf war im schneereichen Winter 1959/60"

Alle Beteiligten hatten riesengroßes Glück, denn nur eine Woche später stürzte der angebaute Teil des Anlaufturms infolge großer Schneelast in sich zusammen. Es war das Ende der von den Neudorfern genannten Wismut-Schanze. Fünf Jahre später wurde der morsche Anlaufturm samt Schanzentisch abgerissen", erinnert sich Frank Häuer. Im Jahr 1972, als die Olympischen Winterspiele in Sapporo gastierten, entstand an gleicher Stelle unweit der heutigen Jugendherberge eine kleinere K25-Mattenschanze mit Stahlrohranlaufgerüst, später für Anfänger unmittelbar daneben eine K10-Schanze, die beide bis zur politischen Wende rege genutzt wurden.