Neue Geschäftsführung bei den Zöblitzer Natursteinen

Wirtschafts-Porträt Michael Ehnert übernimmt Unternehmen

Zöblitz. 

Zöblitz. Die Zöblitzer Natursteine GmbH hat einen neuen Chef. Michael Ehnert löst seinen Vater Wolfgang Ehnert im Mai ab. Der Wechsel an der Spitze steht unter keinem guten Stern. Schließlich ist die Lage auf Grund der Corona-Krise alles andere als günstig. Dennoch blickt Michael Ehnert zuversichtlich in die Zukunft. Ab Mai übernimmt er die Geschäftsführung von seinem Vater Wolfgang Ehnert. "Wir haben keinen Grund schwarz zu sehen", versichert der 48-Jährige. "Problematisch ist für uns nur, dass wir Lieferprobleme mit Natursteinen vor allem aus Norditalien haben", räumte er ein. Außerdem bedauert er sehr, dass die Fachmessen ausfallen müssen. Diese waren für das Unternehmen bislang immer recht einträglich.

Wieder Zeit für die Kunst

Der Zöblitzer übernimmt dennoch ein solides Unternehmen. Dafür hat sein Vater Wolfgang Ehnert gesorgt. Der 72-Jährige hatte seit 1975 hier gearbeitet. Geschäftsführer war er seit 2004. Zukünftig möchte er nur noch in den Betrieb kommen, wenn sein Rat von Nöten ist. Besonders schön waren für ihn immer die künstlerischen Aktivitäten auf dem Firmengelände. Viele Bildhauerarbeiten sind dabei entstanden. Viele von ihnen zieren den Marienberger Ortsteil und die frühere Kreisstadt selbst. Für seine künstlerischen Ambitionen wird er zukünftig noch mehr Zeit haben. Ob es wieder Symposien mit mehreren Künstlern geben wird, steht jedoch noch nicht fest.

Michael Ehnert wird das sorgfältig abwägen. Viel anders machen, als sein Vater will er nicht. "Dazu besteht kein Grund. Die Firma läuft", versicherte er. Die Aufträge für die Natursteinprodukte kommen vorwiegend aus der regionalen Bauwirtschaft. Die Zöblitzer liefern unter anderem Treppen, Fensterbänke, Ausstattung für Bäder und Küchen, Sockel und Präsentationsflächen für Kunstgegenstände, Kamine und vieles andere mehr. Das fertigen sie aus den verschiedensten Natursteinen an. Darunter befinden sich neben Granit und Marmor auch der Zöblitzer Serpentin und weitere Gesteine. Auch, wenn das Gestein nicht mehr abgebaut wird, reichen die eingelagerten Vorräte dafür noch für mehrere Generationen.

Zweites Standbein zur Absicherung

Da ist sich Michael Ehnert sicher. Ein zweites Standbein bleibt das aus Natursteinen bestehende Kunstgewerbe. Vasen, Becher, Schreibtischgarnituren und sogar Geschirr wissen die Fachleute aus Gestein zu drechseln. Vielleicht wird es in diesem Bereich zukünftig noch weitere Artikel geben, die dem aktuellen Zeitgeist entsprechen.

Diesbezüglich gibt es schon erste Ideen. Sein Hauptanliegen ist es, die Tradition des Zöblitzer Serpentins zu pflegen und ihr zu noch mehr Bekanntheit zu verhelfen. Mit dem Handwerk ist der 48-Jährige übrigens aufgewachsen. Auf Märkten hat er schon mehrfach beim Schaudrechseln gezeigt, wie das funktioniert. Die Entscheidung, die Nachfolge seines Vaters anzutreten, hat er sich nicht leicht gemacht. Es gab dafür eine Bedingung. Früher waren Verwaltung und Werkhalle an verschiedenen Standorten und die Büroräumlichkeiten gemietet.

"Der damit verbundene logistische Aufwand war mir zu groß", erklärte er. Dem ist nun abgeholfen. In den vergangenen Wochen ist der Bürotrakt in einen Teil der Werkhalle umgezogen. Im Büro arbeitet Michael Ehnerts Frau Doreen Ehnert. Sie ist gelernte Industriekauffrau. Michael Ehnert ist Diplomingenieur für Informatik und in diesem Beruf mit einem Ingenieurbüro für Maschinenbau selbstständig. Dieser Tätigkeit wird er auch zukünftig weiter nachgehen.