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Neue Wegstrecke des Jakobswegs Silberberg eingeweiht

Pilgern Initiative Interessenkreis erinnert damit auch an einen polnischen Pilger

Hundshübel. 

Hundshübel. Die neue Wegstrecke des Jakobswegs Silberberg von Schneeberg nach Eich im Vogtland ist eingeweiht. Auf Initiative des Interessenkreises Jakobsweg Silberberg um Gerd Lauckner und Erhard Kühnel hat man das Projekt umgesetzt. Hinter dem Ganzen steckt eine Geschichte, die sich um Zbigniew Eugeniusz Wilk dreht.

Motive für den Jakobsweg

In seiner Heimat Polen war sein Leben an einem Nullpunkt angekommen. "Er hat einfach keinen Boden mehr unter die Füße bekommen - seine Familie war weg, er hat die Wohnung verloren und seinen festen Job. Es hat sich letztlich mit Gelegenheitsjobs durchgeschlagen", erzählt der Hundshübler Hans-Jürgen Müller, der ihn kannte. Zbigniew Eugeniusz Wilk sei katholischen Glaubens gewesen und sehr fromm. Eines Tages hat er den Entschluss gefasst, nach Santiago de Compostela, dem Endpunkt des Jakobsweges in Spanien, zu gehen. Doch er ist in Hundshübel gestrandet, da er krank und schwach war und den Weg nicht fortsetzen konnte.

Der Kampf gegen den Krebs

Dem Einsatz und dem Engagement seiner Gastgeber ist es zu verdanken, dass er seine letzten Tage im Hospiz in Erlabrunn verbringen konnte, wo er im Januar 2014 seinen Kampf gegen den Krebs verloren hat. Seine letzte Ruhe fand der Pilger, der nur 59 Jahre alt geworden ist, auf dem Friedhof in Hundshübel. Am Eingang des Friedhofes soll eine Tafel abgebracht werden, die zur Lebensgeschichte von Zbigniew Eugeniusz Wilk informiert und auf das Pilgergrab hinweist.

Die letzte Reise für den Polen

Der Bad Schlemaer Gerd Lauckner ist selbst Pilger und schon einige Wege gegangen auch in Spanien: "Auf dem Jakobsweg in Spanien habe ich gesehen, dass es viele Gräber am Weg gibt. Es haben sich viele Menschen auf den Weg gemacht nach Santiago de Compostela, die genau wussten, dass sie krank sind und nicht ankommen werden. Sie wollten auf dem Weg sterben und ein Grab dort haben."

 

Auf Zbigniew Eugeniusz Wilk bezogen sagt Lauckner: "In Hundshübel gab es bisher keinen Jakobsweg, also haben wir einen Weg angelegt, damit der Pilger sein Grab am Weg hat. Der Weg soll auch etwas sein, was an ihn erinnert, damit er nicht vergessen wird." Der Weg umfasst von Schneeberg bis Eich 40 Kilometer - dort bindet er auf den vogtländischen Jakobsweg ein. Auch wenn es Zbigniew Eugeniusz Wilk nicht selbst bis Santiago de Compostela geschafft hat, ist sein Name dennoch dort angekommen. Dort hingetragen auf einer seiner Touren hat ihn Gerd Lauckner, der für den polnischen Pilger einen Pilgerausweis geführt und ihn in Santiago registriert hat.