Neuer Blickfang im Erzgebirge: James Turrell enthüllt spektakuläres Lichtkunstwerk

Ein neues Kunsthighlight für das Erzgebirge: Weltkünstler James Turrell hat seine verblüffende Lichtinstallation „Beyond Horizons“ in Oelsnitz eröffnet – ein Werk, das Zeit, Raum und Wahrnehmung verschwimmen lässt.

Oelsnitz/Erzg.

„Ich weiß nicht, ob ich an Kunst glaube. An Licht glaube ich auf jeden Fall“, sagte einst der bekannte amerikanische Lichtkünstler James Turrell. Geboren in Los Angeles, wurde Turrell vor allem durch seine Raum-Licht-Installationen weltbekannt.

Der Mann, der in den 1970er Jahren sein Atelier in einen Vulkankrater in Arizona baute, hat nun sein neuestes Werk im Erzgebirge installiert. Es ist eines der letzten fehlenden Puzzleteile des „Purple Path“, dem Kunst- und Skulpturenweg der Kulturhauptstadt Chemnitz. In der gesamten Region gibt es Installationen von nationalen und internationalen Kunstschaffenden, nun auch im Erzgebirge.

Neues Kunstwerk ist Teil des „Purple Path“

Eröffnet wurde das neue Kunstwerk am vergangenen Freitag im Rahmen des Abschluss-Pressegesprächs zur Kulturhauptstadt 2025 in der Kohlewelt in Oelsnitz. Thomas Lein, Bürgermeister von Oelsnitz, sprach davon, dass es eine Ehre für seine Stadt sei, hier ein echtes Turrell Werk ausstellen zu dürfen. Der Künstler selbst war nicht vor Ort, bedankte sich jedoch mit einer Videobotschaft beim Publikum.

Licht als zentrale Bedeutung auch für die Arbeit im Berg

„Beyond Horizons“ nennt sich die neue Lichtinstallation, für die extra eine Halle vom Architekten Hendrik Heine umdesignt wurde. Sie befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen Schachtes „Kaiserin Augusta“ in Halle 18, direkt neben dem Museumsgebäude der Kohlewelt.

Dass ausgerechnet hier das Lichtkunstwerk installiert wurde, ist kein Zufall. Das Narrativ des Erzgebirges lautet „Alles kommt vom Berg her“. Für die Bergmänner und -frauen war Licht von unvergleichbarer Bedeutung. Das Licht hielt sie am Leben, verloren war, wer keines untertage hatte. Auch war die Frage, wer nach der Schicht ans Tageslicht zurückkehrte, allgegenwärtig.

„Beyond Horizons“ lässt Raum und Zeit in anderen Dimensionen erscheinen

Deshalb war Turrell sofort begeistert, als er hörte, dass das Licht im Erzgebirge - auch wenn man an die Weihnachtstraditionen des Schwibbogens denkt, der ja ebenfalls unmittelbar mit dem Bergbau verbunden ist – eine ebenso große Wichtigkeit hat, wie für ihn und seine Kunst.

Das Kunstwerk selbst ist eine Halle ohne Schatten. Die Gäste sollen in der hellen Umgebung das Gefühl von Zeit und Raum verlieren und intensiv sich und ihren Körper wahrnehmen, wie sie es vorher nie taten. Um die Intensität des Empfindens zu gewährleisten, dürfen pro Zeitfenster maximal zehn Personen Eintritt erhalten.

Einzigartige Kunst: Tickets und Öffnungszeiten

Das Werk ist in Sachsen und Deutschland einmalig - aufgrund seiner Größe wie auch in Kombination mit der imposanten umgestalteten Industriehalle als Ausstellungsort. Achtung: Es werden auch Stroboskopeffekte eingesetzt.

Der Eintritt beträgt 12 Euro regulär. Ermäßigt kostet er 10 Euro. Die Tickets sind über den Shop der Kohlewelt buchbar. Jeden 1. Mittwoch gibt es einen Sondertarif, bei dem es zwischen 10.30 Uhr und 13 Uhr kostenfreie Zeitfenster gibt.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag: 10 bis 17 Uhr, geschlossen am 24. und 31. Dezember

Künstler mit weltweitem Erfolg

James Turrell zählt zu den bedeutendsten zeitgenössischen Künstlern. Er nutzt Licht als zentrales Gestaltungsmittel und erschafft Räume, die unsere Wahrnehmung auf ungewöhnliche Weise beeinflussen. Seine Arbeiten ziehen weltweit Besucher an – ob auf der japanischen Kunstinsel Naoshima oder in den USA. Wer seine Installationen erlebt, wird in farbiges Licht gehüllt, das Schatten verschwinden lässt und den Eindruck vermittelt, Zeit und Raum würden stillstehen.

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