Neueröffnung mit besonderem Hingucker: So schön wird der neue Edeka-Markt im Erzgebirge

Neuer EDEKA in Annaberg-Buchholz kurz vor Eröffnung: Historisches Bleiglasfenster und moderner Markt verbinden Geschichte und Zukunft im Erzgebirge.

Annaberg-Buchholz

In Annaberg-Buchholz verdichten sich die Zeichen: Der neue EDEKA-Markt in der Bahnhofstraße 1A steht kurz vor der Fertigstellung – und damit vor einem wichtigen Schritt für die Nahversorgung in der Region. Bereits Mitte August soll die Eröffnung erfolgen, wenn die letzten Arbeiten im Innen- und Außenbereich abgeschlossen sind. Für die Verantwortlichen ist es ein Projekt, das nicht nur einen modernen Lebensmittelmarkt schafft, sondern auch ein Stück Stadtgeschichte sichtbar macht.

Endspurt auf der Baustelle: Eröffnung im August geplant

Auf der Baustelle herrscht derzeit Hochbetrieb. Handwerker arbeiten parallel an Innenausbau, Technik und der sogenannten „Regalierung“ – also der finalen Einrichtung und Bestückung des Marktes. In wenigen Wochen soll das Gebäude an die EDEKA Unternehmensgruppe Nordbayern-Sachsen-Thüringen übergeben werden, danach beginnt die heiße Phase bis zur Eröffnung.

„Dann geht es an die endgültige Fertigstellung der Innenausstattung und die Befüllung mit den künftigen Waren“, beschreibt Mandy Damm, Gebietsleiterin Expansion, den aktuellen Stand. Der Zeitplan ist ambitioniert, aber stabil: Läuft alles nach Plan, öffnet der Markt Mitte August seine Türen für Kundinnen und Kunden aus Annaberg-Buchholz und Umgebung.

Vom Marktleiter zum selbstständigen Kaufmann

Mit der Eröffnung beginnt auch für den künftigen Betreiber Paul Fuchs ein neuer Lebensabschnitt. Der 29-Jährige übernimmt seinen ersten eigenen Markt als selbstständiger Kaufmann. Bisher leitete er einen EDEKA-Standort in Chemnitz – nun folgt der Schritt in die unternehmerische Eigenständigkeit.

„Hier kann ich erstmals eigene Ideen verwirklichen und gemeinsam mit meinem Team einen Markt schaffen, der für Frische, Qualität und persönlichen Service steht“, so Fuchs. Rund 45 Mitarbeitende sollen künftig im neuen Markt beschäftigt sein. Besonders intensiv läuft derzeit die Personalsuche, vor allem für die Bedientheken.

Die Fleischtheke soll dabei eine zentrale Rolle spielen – nicht nur als Verkaufsbereich, sondern als emotionaler Mittelpunkt des Marktes. Noch werden Fachkräfte gesucht, die das Team verstärken.

Ein Markt mit regionaler Identität

Der neue EDEKA-Markt soll mehr als ein moderner Supermarkt sein. Für Paul Fuchs steht auch die Verbindung zur Stadt im Mittelpunkt. „Mir ist es wichtig, dass sich die Menschen hier mit ihrem Markt identifizieren können“, sagt er. Ein Anspruch, der sich in einem besonderen Detail widerspiegelt, das künftig schon beim Betreten des Marktes ins Auge fallen wird.

Denn ein Stück Annaberger Geschichte kehrt an seinen Ursprungsort zurück: das historische Bleiglasfenster aus dem ehemaligen Verwaltungsgebäude der OPEW Annaberg GmbH.

Beeindruckendes Zeugnis der Stadtgeschichte

Nach einer aufwendigen Restaurierung durch die Glasschleiferei Sieber aus Crottendorf ist das beeindruckende Kunstwerk nun bereit für den Wiedereinbau. Das großformatige Bleiglasfenster zeigt unter anderem die historischen Persönlichkeiten Barbara Uthmann und Adam Ries. Mit einer Breite von 2,14 Metern und einer Höhe von 3,72 Metern besteht es aus 15 Einzelscheiben und rund 1.200 Glasteilen – ein komplexes Kunstwerk, das in einem stark beschädigten Zustand übernommen wurde.

600 Stunden für die Restaurierung

Zwischen Januar und Juni 2026 wurde es vollständig zerlegt, gereinigt und rekonstruiert. Rund 600 Arbeitsstunden flossen in die Restaurierung, darunter 185 Stunden allein für die Glasmalerei. Einzelne Motive mussten bis zu viermal bei rund 600 Grad neu eingebrannt werden, um die ursprüngliche Farbwirkung wiederherzustellen.

„Besonders anspruchsvoll war die Rekonstruktion des Gesichts von Barbara Uthmann“, erläutert Restauratorin Jennifer Sieber. Trotz des hohen Aufwands konnten rund 90 Prozent der originalen Glasteile erhalten bleiben.

Geschichte trifft Zukunft

Auch die Stadt begrüßt die Rückkehr des Fensters an einen öffentlich zugänglichen Ort. Es sei ein Beispiel dafür, wie verantwortungsvoll mit kulturellem Erbe umgegangen werden könne, heißt es aus der Verwaltung. Für Oberbürgermeister Rolf Schmidt ist es ein sichtbares Zeichen gelebter Identität.

Zum Schutz wurde das restaurierte Kunstwerk mit Sicherheitsglas versehen und in einen speziell entwickelten Leuchtkasten integriert. So soll es künftig im Eingangsbereich des Marktes optimal zur Geltung kommen.

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