Neues Angebot für Leseratten

kreativität Bücher aus dem Briefkasten

neues-angebot-fuer-leseratten
Torsten Schmidt entnimmt ein Buch aus dem Bücherhäuschen. Foto: Georg Dostmann

Ursprung. Das Ehepaar Torsten Schmidt und Dorothee Winkler-Schmidt aus Ursprung möchten im digitalen Zeitalter den Wert des Buches erhalten. "Für uns haben diese noch einen gewissen Charme", finden die beiden. Aus diesem Grund haben sie im Sommer des vergangenen Jahres einen Bücherbriefkasten gegenüber dem Gemeindeamt in Ursprung aufgestellt. "Jeder darf sich zu jeder Zeit Bücher aus dem kleinen Häuschen ausleihen, wegnehmen oder auch neue Exemplare hineinstellen", erklärt der 35-Jährige Torsten Schmidt.

Sie selbst haben ebenfalls ein paar gut erhaltene Bücher, die sie selbst nicht mehr lesen und weiterempfehlen, in das Bücherhäuschen gestellt. Lesen gehört für die beiden zu ihren liebsten Freizeitbeschäftigungen. In dem Bücherbriefkasten sollen jedoch nur reine Literaturbücher stehen. Werbebücher oder Werke mit Propagandainhalt werden entsorgt. Von der Idee für das Bücherhäuschen hat Dorothee Winkler-Schmidt beim Lesen in einer Zeitschrift erfahren. "Diese habe ich anschließend meinem Arbeitgeber, einer Werkstatt für Behinderte des Lebenshilfewerkes Hohenstein-Ernstthal, vorgestellt", erzählt die 35-Jährige. Ihr Chef war so begeistert, dass sie nach zwei Wochen bereits das fertige Bücherhäuschen überreicht bekam. Danach hat sie es zu Hause angestrichen und im Sommer aufgestellt.

Bereits in den 1990er Jahren entwickelte sich die Idee, Bücherschränke einzurichten, die zu jeder Zeit und öffentlich zugänglich sein sollten, um den Austausch von Literatur zu unterstützen. Dieser sollte kostenlos, anonym und ohne Formalitäten ablaufen. Inzwischen existieren diverse Varianten, wie beispielsweise neben Briefkästen auch Buchtelefonzellen.