Neues Naturschutzgroßprojekt im Erzgebirgskreis?

Umwelt Machbarkeitsstudie soll Chancen untersuchen

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Foto: Thomas Schmotz

Das Erzgebirge ist eine Kulturlandschaft mit einem bedeutenden Vorkommen von blütenreichen Bergwiesen sowie Borstgrasrasen und anderen Wiesentypen sowie einer reichen Ausstattung an gefährdeten Pflanzen- und Tierarten. Der Erhalt dieser bedrohten sowie wertvollen Vielfalt ist eine wichtige Aufgabe des Naturschutzes. Er kann nur gemeinsam mit den Landnutzern erfolgen.

Das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) lässt daher in einer Machbarkeitsstudie untersuchen, ob und wie ein Naturschutzgroßprojekt zur Erhaltung, Sicherung und Weiterentwicklung der wertvollen Lebensräume im Erzgebirgskreis umgesetzt werden kann.

Öffentliche Informationsveranstaltungen

Für die Region bietet sich mit der Beantragung eines Naturschutzgroßprojektes die Chance, diese einzigartige Kulturlandschaft zu erhalten, aus dem Programm "chance.natur - Bundesförderung Naturschutz" Fördermittel in Millionenhöhe in die Region zu holen und Landwirten langfristig neue Einkommensmöglichkeiten zu schaffen. Auch für den naturbezogenen Tourismus und landschaftsbezogene Erholung kann das Naturschutzgroßprojekt neue Impulse setzen. Ergänzend und verknüpft mit den touristischen Angeboten des Naturparks "Erzgebirge/Vogtland" können naturkundlich interessierten Besuchern viele Themen erlebbar gemacht werden. Möglichkeiten sind zum Beispiel ornithologische Führungen sowie thematische Radtouren oder Wanderungen.

Für eine erfolgreiche Planung und Umsetzung eines Naturschutzgroßprojektes im Erzgebirgskreis ist die Akzeptanz von entscheidender Bedeutung. Deshalb ist die Einbeziehung der Bevölkerung und der Landnutzer von Anfang an wesentliches Anliegen der Machbarkeitsstudie. Nur so ist es möglich, Interessenkonflikte rechtzeitig zu erkennen und entsprechende Lösungen zu finden.

Das SMUL und der Erzgebirgskreis laden deshalb alle interessierten Bürger zu Informationsveranstaltungen ein, in denen die Inhalte und Ziele der Machbarkeitsstudie dargelegt sowie die Voraussetzungen, Chancen und Auswirkungen eines Naturschutzgroßprojektes für die Region gemeinsam besprochen werden sollen.

Die Informationsveranstaltungen finden am 17. April um 18 Uhr im Gründerzentrum Annaberg sowie am 18. April um 18 Uhr im Ratssaal Marienberg statt.