Neukirchen: Gastwirt stand kurz vor dem Ruin

Gastronomie Lars Liebernickel hatte mit den Folgen einer Großbaustelle zu kämpfen

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Der Inhaber der Gaststätte "Alte Apotheke" in Neukirchen, Lars Liebernickel, musste lange um seine Existenz bangen. Foto: ERZ-Foto/Georg Ulrich Dostmann

Neukirchen. Von 2015 bis 2018 wurde die Hauptstraße in Neukirchen in verschiedenen Bauabschnitten umfangreich saniert. Infolgedessen kam es immer wieder zur Sperrungen. Für Lars Liebernickel, Inhaber der Gaststätte "Alte Apotheke" in Neukirchen, wurde dies schnell zum Problem, seine Umsätze verringerten sich stetig. Um Personal- und Energiekosten einzusparen, musste er das Restaurant schließen, wenn keine Reservierungen vorlagen. Im März 2018 verschlimmerte sich die Lage nochmals, da das Gasthaus bis August nicht mehr mit dem PKW zu erreichen war. Zuvor war dies noch von einer Seite der Hauptstraße aus möglich.

Musste von Ersparnissen leben

Auch die Fußwege waren nicht mehr begehbar. Deswegen musste der Inhaber seine Gäste teilweise über den Pfarrweg und den Hintereingang hinein lassen. "Ich bin meinen Stammgästen sehr dankbar, dass sie mir auch in dieser schweren Zeit die Treue gehalten haben", sagt der 46-Jährige. "Der Umsatz brach zum Teil um bis zu 50 Prozent ein, deswegen musste ich zwei meiner drei Mitarbeiter kurzzeitig entlassen", erzählt der Chemnitzer weiter. Über einige Monate musste er sogar Geld in die Gaststätte stecken und lebte von seinen Ersparnissen.

Auch über eine komplette Schließung dachte er während der drei Jahre öfters nach. Seit Oktober, kurz vor dem Abschluss der Baumaßnahme, sind seine Umsätze jedoch wieder am Steigen. "Allerdings bewegen sich diese noch nicht auf demselben Niveau wie vor 2015", sagt Lars Liebernickel. Er konnte zwar seine entlassenen Mitarbeiter wieder einstellen, allerdings muss er weiterhin Kosten sparen, indem er seine Öffnungszeiten anpasst. Seitdem Lars Liebernickel 2008 das Lokal übernommen hat, gab es außerdem auch schon dreimal Probleme durch Hochwasser.