Nur so möglich: Kaltblüter helfen bei Waldeinsatz

Forst Hanni und Max sollen Bäume in der Moosheide vor Borkenkäfern schützen

Grünhain. 

Grünhain. Der Sachsenforst steht unter Zeitdruck. Denn die Schäden, die der Wintersturm und der Schnee verursacht haben, müssen schnellstmöglich beseitigt werden. Schuld am Zeitdruck ist der Borkenkäfer, der die kaputten Bäume befällt und sich innerhalb kürzester Zeit ausbreitet. Um das zu verhindern, müssen Baumstämme und dicke Äste aus dem Wald gebracht werden. In der Regel kommt dabei schweres Gerät zum Einsatz. Harvester sind unverzichtbar.

Arbeit mit schwerem Gerät nicht möglich

Doch es gibt Wälder, da kommen die großen Maschinen nicht in Frage. So beispielsweise in weiten Teilen des Waldes zwischen Zwönitz und Grünhain. An der Moosheide haben die Forstmitarbeiter aktuell Unterstützung von zwei rheinisch-deutschen Kaltblütern. Weil der Boden dort feucht und das Gelände unwegsam ist, sind die beiden Pferde beim Holzrücken im Einsatz. Geführt werden sie von Lukas Meinhold aus Rittersgrün, der derzeit eine sehr gute Auftragslage verzeichnet. "Das hat natürlich etwas mit den Schäden zu tun", sagt Meinhold, der während der Arbeit mit den beiden Pferden mit nur wenigen Kommandos auskommt. "Hotte" steht für rechts und "hüste" für links.

Pausen bei der Arbeit unverzichtbar

Die Arbeit in der Moosheide ist ein Knochenjob, wie man so schön sagt. Nicht nur für den Pferdehalter, sondern auch für die Tiere. Weil der Boden morastig ist, sinken Hanni und Max tief ein. "Es sind aber Arbeitstiere, die dafür gezüchtet wurden. Sie brauchen das auch ein bisschen", erklärt Meinhold. Wichtig ist, dass die Tiere nach maximal drei Stunden eine einstündige Pause erhalten. Auch die Tagesarbeitszeit von maximal sechs Stunden möchte Lukas Meinhold nicht überschreiten.

Für den Grünhainer Revierförster Michael Neubert sind die Pferde ein Glücksfall: "Mit dem Harvester würden wir hier den Waldboden zu stark beschädigen, deshalb setzen wir ihn nur auf schon bestehenden Rückegassen ein."