Ohne Klöppeln geht es nicht

Klöppelkunst Ingrid Martin gibt Wissen und Erfahrungen weiter

Aus einfachen, unscheinbaren Fäden entstehen filigrane Kunstwerke: Ingrid Martin widmet sich dem Klöppeln und das von Kindesbeinen an. Im Grunde steht das gesamte Leben der Schneebergerin mehr oder weniger im Zeichen dieser alten Handarbeitstechnik. "Als Mädchen habe ich angefangen. Später habe ich mich in Schneeberg für die Ausbildung zur Klöppellehrerin entschieden." Klöppeln war für Martin viele Jahre Beruf und ist bis heute Hobby. "Ohne das Klöppeln möchte ich nicht sein. Der Klöppelsack ist mein ständiger Begleiter, da ich noch immer Muster selbst entwerfe", sagt die Fadenkünstlerin. Bis 2001 war sie Klöppellehrerin an der Klöppelschule im Kulturzentrum "Goldne Sonne". Das Weitergeben von Erfahrungen bereitet der 72-Jährigen bis heute Freude und so leitet sie Interessierte bei verschiedenen Kursen an, gibt Tipps und Hinweise. Was der Schneebergerin am Herzen liegt ist: "Neugierige, die einen Kurs besuchen, gut auszubilden sowohl im Entwurf als auch in verschiedenen Spitzentechniken." Das sei wichtig: "Die Beteiligten nehmen das Wissen mit in ihre Gruppen und geben es dort weiter."

Die Herausforderung: jeder Kurs steht unter einem bestimmten Thema. "Man denkt sich Techniken und Raffinessen aus, die nicht so gebräuchlich sind", so Martin. Der aktuelle Kurs widmet sich der Fensterspitze. Auch dort seien Dinge eingebaut, die die Frauen vorher nie ausprobiert haben. Das dritte Mal in Schneeberg ist Johanna von Hirtum aus Holland. "Es ist eine ganze andere Erfahrung. Zuhause klöpple ich auf einem Flachkissen", erzählt die 61-Jährige.