Open-Air-Ausstellung #StolenMemory: Stadtgarten Aue wird zum persönlichen Archiv von NS-Opfern

Die Bewegende Wanderausstellung macht Station in Aue-Bad Schlema und verbindet die NS-Geschichte mit einer ganz bestimmten Mission

Aue

Der Stadtgarten in Aue ist aktuell Schauplatz einer besonderen Spurensuche. Gemeinsam mit der Stadt Aue-Bad Schlema und dem Kompetenzzentrum für Gemeinwesenarbeit und Engagement in Aue präsentieren die Arolsen Archives dort bis zum 21. April die Open-Air-Ausstellung „#StolenMemory“. Die Öffnungszeiten sind täglich von 10 bis 20 Uhr.

Persönliche Erinnerungsstücke im Fokus

Im Mittelpunkt stehen persönliche Dinge von KZ-Inhaftierten, wie Uhren, Eheringe, Brieftaschen und Fotos, die den Menschen bei ihrer Einlieferung in die Konzentrationslager von den Nationalsozialisten abgenommen worden. Die Arolsen Archives bewahren noch heute tausende dieser Erinnerungsstücke auf und haben eine Mission: sie den Angehörigen der Verfolgten zurückzugeben.

Suche nach den Familien der NS-Opfer

Über 1.000 Familien konnten bereits gefunden werden. Wie Charlotte Meiwes, Projektleiterin für #StolenMemory bei den Arolsen Archives weiß, haben viele NS-Opfer ihren Familien keine persönlichen Gegenstände hinterlassen, weil die Nazis ihnen alles abgenommen haben. Es sei wichtig, so Meiwes, die Familien zu finden und ihnen die Gegenstände zu übergeben.

Wanderausstellung mit internationalem Anspruch

Die #StolenMemory-Ausstellung reist seit August 2020 mit mittlerweile vier Containern durch Deutschland und aktuell auch durch Polen und Frankreich. Die Ausstellung wird in einem aufklappbaren Übersee-Container präsentiert und zeigt Bilder von persönlichen Dingen und erzählt das Schicksal von zehn NS-Verfolgten.

Interaktive Einblicke für Besucher

Das Ziel: Aufmerksamkeit und Unterstützung. Besucher können per Smartphone einen QR-Codes scannen und Videoportraits aufrufen, in denen Angehörige zu Wort kommen.

Habt ihr eine Meinung zu diesem Artikel oder einen Fehler entdeckt? Dann weist uns gern darauf hin.