Ortsumfahrung für Wolkenstein

Vorhaben Landesamt stellt Einwohnern Straßenneubau vor - auch Gehringswalde erhält Ortsumgehung

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Auf der B 101 schlängeln sich jeden Tag tausende Fahrzeuge durch Gehringswalde. Geht es nach dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr soll damit in einigen Jahren Schluss sein, denn derzeit plant die Behörde den Bau einer Ortsumfahrung. Foto: Sandra Häfner

Wolkenstein. Sie war rekordverdächtig, die Zahl der Besucher der 20. Einwohnerversammlung der Stadt Wolkenstein seit 2013. Weit mehr als 100 Frauen und Männer drängten sich im Saal des Ratskellers, sodass nicht einmal mehr die eilig herbei getragenen zusätzlichen Stühle ausreichten.

Ist das Vorhaben notwendig?

Bürgermeister Wolfram Liebing hatte nicht nur die Bewohner der Gesamtstadt eingeladen sondern Bürger der gesamten Region. Themenschwerpunkt war der geplante Neubau von Straßen im mittleren Erzgebirge in den nächsten Jahren. Dabei stand eine Frage im Mittelpunkt: Ist der Neubau einer Ortsumfahrung für Wolkenstein und Gehringswalde, wie vom Land Sachsen geplant, überhaupt notwendig?

Viele Antworten gab es nicht

Lars Baumann, Referatsleiter im Landesamt für Straßenbau und Verkehr, erklärte das Vorhaben und vor allem dessen Planung. Doch konkrete Antworten konnte er (noch) nicht geben. Weder zur Streckenführung, noch zur zeitlichen Umsetzung des Vorhabens und erst recht nicht, wer den Bau der Ortsumfahrung überhaupt in Auftrag gegeben habe. "Aus der Region" komme der Wunsch zum Bau, sagte Baumann ohne ins Detail zu gehen.

10 bis 20 Jahre könnte es dauern

Etwa 10 bis 20 Jahre könne es bis zur Inbetriebnahme der neuen Straße dauern, so Baumann. Die Planungszeiten seien bei Neubauten sehr lang. Er zeigte auf einer Karte einen Korridor der Fläche, die für die Ortsumgehung in Frage komme und der östlich an Wolkenstein und Gehringswalde sowie Hilmersdorf vorbeiführt, doch die Linienführung sei noch längst nicht geklärt, betonte er.

Niemand weiß, woher die Idee eigentlich kommt

Auch Bürgermeister Liebing konnte nicht aufklären, woher die Idee der Ortsumfahrung komme. Nicht aus seiner Amtszeit, sagte er.

Die Stimmung der Menschen im Saal war mehrheitlich gegen den Bau. Sie fürchten Lärm, Abgase und generell eine Einschränkung ihrer Lebensqualität.