Osterlämmer enden nicht als Festtagsbraten

Nachwuchs Sorgauer Schafzüchter verkauft seine Tiere lebend weiter

osterlaemmer-enden-nicht-als-festtagsbraten
Bernd Berger hegt und pflegt derzeit etwa 55 Lämmer. Foto: Jan Görner

Sorgau. Ostern steht vor der Tür. Für Bernd Berger heißt das in der Regel mehr Stress als sonst. Mitte Januar haben auch dieses Jahr seine Schafe mit dem Ablammen begonnen. Über 50 Jungtiere tummeln sich derzeit in seinem Stall. Allerdings enden sie keineswegs als Osterbraten.

Die Lämmer werden zum einen für die eigene Nachzucht gebraucht und zum anderen verkauft. Lebendig versteht sich. Kunden sind andere Züchter oder private Halter. Schließlich sind die Ostfriesischen Milchschafe bestens als lebende Rasenmäher geeignet. Eigentlich wollte der Sorgauer Milch und Käse verkaufen. Das habe sich aber nicht gelohnt, wie er versicherte. Daher verkauft er sie nach mindestens zehn bis zwölf Wochen weiter.

Manche Lämmer werden mit der Flasche aufgezogen

Die Zeit bis Anfang März bedeutete für Bernd und seine Frau Heike Berger noch öfter nach den Schafen zu schauen. Die Geburten kündigen sich bei jedem Muttertier vorher an. In der Regel schaffen die Zibben die Geburt selbst. Manchmal muss der Sorgauer jedoch buchstäblich eingreifen und die Tiere auf die Welt holen.

Nimmt ein Schaf eines ihrer Jungen nicht an oder reicht ihre Milch nicht aus, dann päppelt Heike Berger die Lämmer mit der Flasche auf. Die Friesischen Schafe lieben die beiden aufgrund ihrer Ruhe und Unkompliziertheit. Ihr Futter finden sie auf der Weide. Erst, wenn sie unter dem Schnee nichts mehr finden, bleiben sie im Stall. Dann bekommen sie Heu, Silage und Hafer. Geschlachtet werden die Tiere erst, wenn sie älter sind. Das Fleisch eignet sich aus Bernd Bergers Sicht in erster Linie zum Wurstmachen. Dafür hat der Sorgauer einen Spezialisten.