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Corona-News

Personalnot: Bundeswehr unterstützt AWO-Seniorenzentrum in Oelsnitz

krise Beschäftigte sind durch Corona-Infektion außer Gefecht gesetzt

Oelsnitz. 

Oelsnitz. Seit dem 26. November unterstützt die Bundeswehr das AWO Seniorenzentrum Oelsnitz (Erzgebirge). Aufgrund mehrerer, nachweislich aufgetretener Infektionen des Coronavirus können dort im Moment zahlreiche Beschäftigte ihren Dienst nicht verrichten. Sie befinden sich in häuslicher Quarantäne, wodurch es in der Folge zu einem Notstand bei der Pflege der Bewohner*innen gekommen ist.

Bundeswehr kommt nach Oelsnitz zum Aushelfen

Infolgedessen wurde in Abstimmung zwischen der Einrichtungsleitung und der Stadtverwaltung entschieden, einen Antrag auf Hilfeleistung an die Bundeswehr zu richten, dem sehr schnell zugestimmt wurde. Zum Einsatz kommen nun täglich acht Angehörige des Logistik Bataillons 467 aus Volkach in Bayern, die ihre Uniformen gegen zivile Einsatzkleidung tauschten und äußerst motiviert und einsatzfreudig hinter ihrem Interims-Beruf stehen. Auf dem Tagesplan der Hilfspfleger stehen Aufgaben wie Essen- und Geschirrtransport, Wäschetransfer, Desinfizierungen im Haus und einfach nur für die Bewohner*innen da zu sein. Pflegeleistungen erfüllt die Bundeswehr im Rahmen ihrer Hilfeleistung aber nicht. Die Unterstützung läuft im Schichtsystem (Früh/Spät). "Der Einsatz wurde vorläufig bis zum 11.12.2020 genehmigt, um so eine schnelle Abhilfe für die Zeit der Quarantäne von Teilen des Personals zu schaffen", erklärt Oberstleutnant der Reserve Jörn Hebestreit, Leiter des Kreisverbindungskommandos Erzgebirge und Beauftragter der Bundeswehr für die Zivil-Militärische Zusammenarbeit.

"Wir sind sehr froh darüber, dass uns die Soldaten in dieser sehr schwierigen Situation unterstützen, damit sich die Beschäftigten voll und ganz auf die Pflege konzentrieren können", sagt André Aljoscha Steiner, Geschäftsführer der Arbeiterwohlfahrt Südsachsen gGmbH mit Sitz in Mittweida.

Die Soldaten wohnen während ihrer mehrtägigen Hilfstätigkeit in Oelsnitz. "Dafür wurde mit Unterstützung der Stadtverwaltung und der ortsansässigen Wohnungsbaugesellschaft entsprechender Wohnraum gesucht, gefunden und zur Verfügung gestellt", sagt Peggy Kroschk, Einrichtungsleiterin des AWO Seniorenzentrums. Die entstandenen Mietkosten trägt der soziale Träger.

25 Senioren positiv auf Corona getestet

In dem AWO Seniorenzentrum, das auf zwei Wohnbereichen Platz für 67 Bewohner*innen bietet, befinden sich aktuell 25 positiv auf den Coronavirus getestete Seniorinnen und Senioren (Stand 28. November). Allen anderen Bewohnenden geht es derzeit gut - abgesehen von ihren bereits bekannten Grunderkrankungen. Ebenfalls von Corona betroffen sind aktuell elf infizierte Beschäftigte, die sich in häusliche Quarantäne begaben (Stand: 28.November). Um eine mögliche Verbreitung des Virus in der Einrichtung zu verhindern, halten sich die Mitarbeitenden strikt an die gesetzlichen Vorgaben des Sächsischen Sozialministeriums sowie den internen Pandemieplan, der auf den hygienischen Schutzmaßnahmen entsprechend der Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts basiert. Aufgrund der hohen Anzahl an Infektionen wurde vom zuständigen Gesundheitsamt angewiesen, alle Wohnbereiche unter Quarantäne zu stellen. Die bislang geltenden Besucherregelungen sind bereits seit dem 21. November ausgesetzt. Das heißt, es gilt bis auf Weiteres striktes Besuchsverbot. Vom generellen Besuchsverbot ausgenommen ist die Möglichkeit der Sterbebegleitung - allerdings unter Einhaltung strenger Hygienevorschriften.

Über den Ausbruch des Coronavirus wurden inzwischen alle Angehörigen und Betreuer informiert. "Sie können darauf vertrauen, dass unser Pflegepersonal gemeinsam mit der Bundeswehr so gut wie möglich versucht, die aktuelle Situation mit den Bewohnenden zu kompensieren", betont Peggy Kroschk.



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