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Pfaffenhainer streiten über die Zukunft der Flüchtlingsunterkunft

asyl Bereits vor fünf Jahren gab es Zoff wegen Containerdorf

Pfaffenhain. 

Pfaffenhain. Vor fünf Jahren einigten sich die Gemeinde Jahnsdorf und das Landratsamt des Erzgebirgskreises darauf, ein vorerst zeitlich befristetes Containerdorf für Asylsuchende im Gewerbegebiet des Ortsteils Pfaffenhain zu errichten. Weil diese Übergangszeit nun vorbei ist, steht eine Entscheidung darüber an, wie es mit der Flüchtlingsunterkunft weitergeht. Viele Jahnsdorfer, der Gemeinderat sowie Bürgermeister Albrecht Spindler sprechen sich für den Abbau aus, Landrat Frank Vogel möchte es dagegen weiter betreiben.

Landrat drohte mit unbestimmter Zeit

Als die Flüchtlingsbewegungen nach Europa vor fünf Jahren ihren Höhepunkt erreichten, suchte auch das Landratsamt geeignete Unterkünfte. Der Gemeinderat war eigentlich gegen das Containerdorf in Pfaffenhain. Doch weil der Landrat als höhere Instanz damit drohte, es auf unbestimmte Zeit zu bauen, stimmte der Gemeinderat dem Fünfjahresplan unter Protesten von gut 200 Bürgern zähneknirschend zu. Laut Albrecht Spindler hat die Gemeinde ihren Teil geleistet.

Das Verständnis für die damalige Situation ist heute nicht mehr da. Falls das Containerdorf nicht abgebaut wird, rechnet die Gemeinde auch mit Empörung bei großen Teilen der Bürger und möchte notfalls dagegen klagen. Der Landkreis hält einen Abbau der Unterbringungsmöglichkeiten im Rahmen seiner gesetzlichen Verpflichtungen jedoch nicht für möglich. So hat Landrat Frank Vogel bereits einen neuen Antrag zur Baugenehmigung beziehungsweise Entfristung für die Unterkunft gestellt.

Containerdorf ist noch bewohnt

Derzeit leben über 90 Menschen in der Unterkunft. Im gesamten Erzgebirgskreis sind ungefähr 1900 Personen in Einrichtungen des Kreises untergebracht. In diesem Jahr waren es bis zur 13. Kalenderwoche 76 Antragssteller, die Zuweisungen wurden wegen des Coronavirus vorerst eingestellt. Der Kreis muss nach dem Königsberger Schlüssel maximal 960 Asylsuchende aufnehmen.

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