Phantomfrachtführer in Aue gestoppt: Betrugsversuch mit Metall im Wert von 260.000 Euro verhindert

In Zusammenarbeit zwischen Firmenmitarbeitern und der Polizei ist es gelungen, einen Betrug zu verhindern

Aue-Bad Schlema

In Aue-Bad Schlema (OT Aue) ist es am Donnerstag gelungen, einen Betrug durch sogenannte Phantomfrachtführer zu verhindern. Im Mittelpunkt stand eine Lieferung von rund 25 Tonnen Metall mit einem Warenwert von mehr als 260.000 Euro. Dank der engen Zusammenarbeit zwischen Firmenmitarbeitern und der Polizei konnte verhindert werden, dass die Ware in falsche Hände gerät.

Verdächtige Kennzeichen machten Mitarbeiter stutzig

Ausgangspunkt war ein Auftrag eines Unternehmers aus Sachsen-Anhalt, der bei einer Firma in Aue einen metallischen Werkstoff erworben hatte. Die Auslieferung sollte ursprünglich durch ein im Erzgebirge ansässiges Transportunternehmen erfolgen. Weil jedoch keine Fahrzeuge verfügbar waren, schrieb der Disponent die Transportleistung über eine Frachtenbörse aus.

Eine seriös wirkende Spedition erhielt den Zuschlag – doch als für die Zufahrterlaubnis erst ein polnisches und später ein niederländisches Kennzeichen der Zugmaschine gemeldet wurde, wurden Mitarbeitende misstrauisch.

Eine Rückfrage bei den tatsächlichen Verantwortlichen der vermeintlich beauftragten Spedition ergab: Unbekannte hatten deren Firmendaten unbefugt genutzt, um sich den Auftrag zu erschleichen.

Polizei nimmt Fahrer vorläufig fest und stellt Lkw sicher

Als der angemeldete Sattelschlepper am Donnerstagmorgen auf das Firmengelände fuhr, kontrollierten alarmierte Polizeikräfte das Gespann und den Fahrer, einen 61-jährigen belgischen Staatsbürger. Der Mann wurde vorläufig festgenommen, Lkw und Sattelauflieger wurden beschlagnahmt.

Im Zuge der weiteren Maßnahmen stellte sich heraus, dass der Fahrer währenddessen in ständigem telefonischem Kontakt mit einem bislang unbekannten Hintermann stand. Zudem verfügte er nicht über die erforderliche Fahrerlaubnis zum Führen des Lkw-Gespanns.

Ermittlungen wegen Bandenbetrugs – Polizei warnt Unternehmen

Nach Sicherstellung verschiedener Beweismittel und in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Chemnitz wurde die Festnahme am Abend aufgehoben. Der 61-Jährige wurde entlassen, muss sich jedoch wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Bandenbetrugs sowie wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis verantworten. Für den beschlagnahmten Lkw musste er zudem einen berechtigten Ersatzfahrer organisieren.

Die Polizei weist darauf hin, dass Warendiebstähle durch Phantomfrachtführer (Scheinfirmen, auch „fake carrier“) bundes- und europaweit zunehmen. Unternehmen wird geraten, sich mit der Masche auseinanderzusetzen und Präventions- sowie Schulungsangebote von Berufs- und Versicherungsverbänden zu nutzen.

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