Pizza und Süßes - ohne Reue

Adventsüberraschung Unternehmer greifen Familien zu Weihnachten unter die Arme

Einkaufen gehen, ohne auf den Preis der Ware zu achten - für Jana Gonsior aus Schneeberg unvorstellbar. Die vierfache Mutter dreht normalerweise jeden Cent zweimal um, ehe sie ihn ausgibt. In der Familie ist das Geld knapp. "Drei meiner Kinder leben noch zuhause", sagt die Schneebergerin und ergänzt: „Die drei sind acht, zehn und 16 Jahre alt.“ Ein Wocheneinkauf kostet Jana Gonsior und ihren Mann Roman, der als Montagebauer unter der Woche unterwegs ist, in der Regel 70 Euro. „Vielmehr geht einfach nicht.“ Doch einmal - am Freitag vor dem ersten Advent - durfte die Mutter aus Schneeberg ihre finanziellen Sorgen vergessen und nach Herzenslust ihren Einkaufswagen im Edeka-Markt im Ringcenter Schwarzenberg füllen. Möglich machten dies die beiden Unternehmensberater Heike Herrmann und Thomas F. Hartmann. „"Wir schreiben unseren Kunden eigentlich Weihnachtskarten", so Heike Herrmann. In diesem Jahr verzichten die beiden Geschäftspartner darauf und wollen auf andere Weise helfen. „"Wir haben uns an die Aktion Kinderherzen gewandt, mit der Bitte, vier Familien die Adventswochenendeinkäufe zu bezahlen", so Herrmann. Bei Christine Matko und Ursula Sumpf rannten sie offene Türen ein, denn die beiden Frauen wissen, dass es bei einigen Erzgebirgern finanziell klemmt. "Frau Matko hat uns vier Familien vorgeschlagen", so Unternehmerin Herrmann aus Waschleithe.

Jana Gonsior und ihre Familie aus Schneeberg kamen als erste in den Genuss der Adventsüberraschung. „Zuerst haben wir verschiedene Grundnahrungsmittel eingekauft“, erklärt Jana Gonsior: „Kartoffeln, Nudeln, Gemüse und Obst.“ Das seien Dinge, die natürlich auch bei ihrem normalen Einkauf im Wagen landen. „Doch Süßigkeiten und Pizza gibt es normalerweise nicht. Darüber werden sich die Kinder am meisten freuen.“ Die durch die Aktion 70 gesparten Euro werden übrigens gleich wieder investiert: "In Weihnachtsgeschenke für die Kinder, natürlich", lächelt die Mama.